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Kostbare Glasperlen-Spielerei

Ausstellung Perlweberei aus dem Erzgebirge jetzt im Oederaner Museum

Auf große Aufmerksamkeit stieß die Eröffnung der neuen Sonderausstellung im Oederaner Museum, zu der nicht nur Gäste aus dem Erzgebirge, sondern sogar aus Berlin begrüßt werden konnten. Dort nämlich gibt es ein Perlenmuseum und deren Gründerin, Evelyn Ulzen, weiß das Engagement von Bettina Levin hoch zu schätzen. Die Zahnärztin aus Sehmatal hat in Oederan ihre erste große Ausstellung, in der rund 400 Exponate aus ihrer Sammlung zu sehen sind.

Das Interesse an einem Vorfahr der Familie ihres Mannes hatte vor etwa fünf Jahren in ihr die Leidenschaft für die Perlweberei im Erzgebirge entfacht, die weit über das bloße Sammeln hinausgeht. Denn längst hat sich die Sehmatalerin an die Erforschung der Geschichte der Perlweberei gemacht. Wurden anfänglich nur kleine Perlschmuckstücke hergestellt, setzte etwa ab 1890 die Nachfrage nach gewebten Perltaschen ein und begründete einen Industriezweig, der sich vor allem in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu einer blühenden Industrie mit weltweiten Exportbeziehungen entwickelt hat. "Oskar Kahl, der Urgroßvater meines Mannes, der in Buchholz eine Spezialfabrik für Perltaschen, Perlbeutel und Perlbörsen betrieb, hatte beispielsweise eine Niederlassung am Broadway in New York", berichtet Bettina Levin. Zu sehen sind in der Ausstellung Perltaschen und Perlbeutel, Geldbörsen und Kleiderbesatz, aber auch Perlbilder etwa mit Naturmotiven oder dem Konterfei Anton Günthers etwa. Auch ein Perlwebstuhl wurde mit ihrer Hilfe aufgebaut, an dem sich Webmeisterin Helga Hofmeister versuchte. Man braucht vor allem Geduld, hat diese festgestellt, nicht zuletzt beim Auffädeln der Glasperlen. Bettina Levin selbst hat sich das Sticken und das Perlhäkeln angeeignet. Gürtel und Kette, die sie zur Eröffnung trug, zeugten davon.