Kosten für Betreuung der Kinder

Statistik Geburten ziehen wieder an

Es werden wieder mehr Kinder in Deutschland geboren. 715.000 Geburten zählten die Statistiker im vergangenen Jahr, das sind 33.000 Babys mehr als 2013 und so viele wie schon seit zehn Jahren nicht mehr. Immer mehr Mütter kehren nach einer Babypause bald in ihren Beruf zurück, viele Eltern sind darum auf Kinderbetreuung angewiesen. "Die entstehenden Kosten können als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden", unterstreicht Martina Thiele, Beratungsstellenleiterin Lohi (Lohnsteuerhilfe Bayern e.V) in Freiberg.

Der Gesetzgeber hat über die Jahre umgedacht: Wurden Kinderbetreuungskosten zuvor nur unter bestimmten Voraussetzungen wie Erwerbstätigkeit, Ausbildung oder Behinderung anerkannt, können seit 2012 alle Eltern gleichermaßen profitieren.

Entscheidend sind Verwandtschaftsgrad, Lebensmittelpunkt und Alter des Kindes. So können nur Betreuungskosten für leibliche, adoptierte und Pflegekinder geltend gemacht werden, die im Haushalt des Steuerpflichtigen leben und das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Abgesetzt werden können beispielsweise Kosten für die Unterbringung in Kindertagesstätten, Kindergärten, Kinderhorten und Kinderkrippen, Ausgaben für Tagesmütter, Erzieherinnen, Nannys, sowie Taschengeld und Nebenkosten für ein Au Pair.

Nicht absetzbar sind dagegen die Verpflegung des Kindes, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten in Kursen, Schulgeld für Privatschulen oder Mitgliedschaften in Sportvereinen. Etwas komplizierter ist es, wenn Haushaltshilfen auch die Kinderbetreuung übernehmen.

Dann müssen die Kosten aufgeteilt und den verschiedenen Tätigkeiten zugeordnet werden: Der Teil der Kosten, der auf Haushaltstätigkeiten entfällt, kann als haushaltsnahe Dienstleistung in Höhe von 20 Prozent direkt von der Steuerschuld abgezogen werden (bei maximal 4000 Euro Steuerermäßigung), der Part der Kinderbetreuungskosten wird jedoch als Sonderausgaben abgesetzt.lohi