Kreis braucht Wohnungen

Flüchtlingskrise Notunterkunft der Erstaufnahme in Frankenberg bezogen

Ende vergangener Woche sind die ersten Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Wettiner Kaserne in Frankenberg eingetroffen. Eingerichtet wurden dort 300 statt der ursprünglich geplanten 400 Plätze. Die Notunterkunft untersteht der Landesdirektion und wird vom DRK-Kreisverband Hainichen-Döbeln betrieben.

Währenddessen werden in Mittelsachsen rund 1.570 Wohnungen für die Flüchtlinge, die in diesem Jahr kommen, zusätzlich gebraucht. Das geht aus einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Es sei notwendig, in erster Linie das Sanieren von leerstehenden Wohnungen enorm zu forcieren. Aber auch beim Neubau von Wohnungen müsse mehr getan werden. Im Schnitt wurden in den vergangenen Jahren im Landkreis Mittelsachsen lediglich rund 330 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. Hinter der Untersuchung stehen die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und Verbände aus der Baubranche. Die Vertreter der Baubranche sprechen sich für eine Offensive bei der Sanierung leer stehender Wohnungen und für eine Ankurbelung vom Wohnungsneubau aus. Ebenso für einen Neustart des sozialen Wohnungsbaus. Erreicht werden kann dies, so das Pestel-Institut, durch zinslose Darlehen und Investitionszulagen für genossenschaftliche und kommunale Wohnungsunternehmen. Um private Investoren zu gewinnen, schlagen die Wissenschaftler steuerliche Anreize vor. Politisch müsse der Neubau und das Sanieren von Wohnungen als Konjunkturmotor neu entdeckt werden. "Denn, was als Anreiz vom Staat investiert wird, fließt beim Wohnungsbau zu einem Großteil über Steuereinnahmen und Sozialabgaben in öffentliche Kassen zurück", macht Institutschef Matthias Günther, gerichtet an die Adresse der Bundestagsabgeordneten, klar. su/pm