Kreiskrankenhaus Freiberg bereitet sich auf Corona-Fälle vor

Corona-Virus Zwei getrennte Intensivstationen und Urlaubsverzicht

Freiberg. 

Freiberg. Die Krankenhauseinsatzleitung des Kreiskrankenhauses Freiberg trifft sich seit Februar regelmäßig, mit Beginn dieser Woche sogar zweimal täglich, und bespricht die tagesaktuelle Lage rund um die Verbreitung des Corona-Virus, um auch weiterhin die Handlungsfähigkeit der Gesundheitseinrichtung gewährleisten zu können. Das teilte das Krankenhaus am Donnerstag mit. "Bis heute liegen keine Corona-Verdachtsfälle im Kreiskrankenhaus", heißt es. "Nichtsdestotrotz ist eine Zuspitzung der Lage absehbar, sodass wir uns parallel auch darauf einstellen." Ab Freitag, den 20. März, stehen zwei getrennte Intensivstationen bereit, um beatmungspflichtige Corona-Patienten oder Verdachtsfälle getrennt von den übrigen Intensivpatienten behandeln zu können. Entsprechende Notfalldienstpläne mit zwei getrennten Intensivbesetzungen sind erstellt. Gleichzeitig wurden durch eine Veränderung der Organisation die ITS-Kapazitäten am Haus verdoppelt. Darüber hinaus sind zwei Stationen als Isolierstationen vorbereitet. Der Zugang dazu wird dann über einen separaten Eingang erfolgen. Derzeit gilt jedoch weiterhin, dass sämtliche stationär-behandlungspflichtige Corona-Verdachtsfälle nach Chemnitz weitergeleitet werden.

 

Maßnahmen wurden verschärft

"Wir als Kreiskrankenhaus nehmen unsere Verantwortung für unsere Patienten und Mitarbeiter ernst und appellieren daher erneut an die Besucherinnen und Besucher unseres Hauses: Bitte berücksichtigen Sie unser Zutrittsverbot und sehen Sie gegenwärtig bis auf weiteres von Patientenbesuchen im Kreiskrankenhaus Freiberg ab!", sagt Ulrike Träger von den Vereinigten Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen. "Sie schützen dadurch nicht nur sich selbst und Ihre Angehörigen, sondern auch die Mitarbeiter unseres Hauses. Wir sahen uns auch gezwungen, unsere Maßnahmen zu verschärfen. Seit heute erfolgt der Zugang für Besucher ausschließlich über den Haupteingang. Notfall-Patienten betreten unser Haus weiterhin über die Notfallaufnahme; wir bitten jedoch um telefonische Voranmeldung unter 03731 77-2312, falls diese mit Corona-Verdacht unser Haus aufsuchen." Die Handlungsfähigkeit als Schwerpunktversorger sicherzustellen hat oberste Priorität, um die medizinische Versorgung aller Bedürftigen der Region weiterhin gewährleisten zu können. "Aus diesem Grund haben wir sämtliche für März und April anstehenden Veranstaltungen abgesagt", so Träger. "Hiervon nicht betroffen sind Blutspendetermine. Im Gegenteil: Blutspender/innen sind nach wie vor herzlich willkommen und werden dringend gebraucht." Planbare OP-Eingriffe werden genauso reduziert wie sämtliche ambulante Sprechstunden. Davon ausgenommen sind die Betreuung von Schwangeren sowie Termine für berufsgenossenschaftliche Fälle (D-Arzt-Sprechstunde). Betroffene Patientinnen und Patienten sind informiert und aktuell werden auch keine neuen Termine vergeben. Bei Rückfragen zum Termin können sich Betroffene an das Zentrale Belegungsmanagement unter der Telefonnummer 03731/772895, wenden.

 

Bürgerinnen und Bürger bieten ihre Hilfe an

"An dieser Stelle möchten wir lobend den Einsatz aller im Gesundheitswesen tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervorheben", betont Ulrike Träger. "Wir sind ein großes Gesamtgefüge, dazu zählen nicht nur Ärzte und Pflegekräfte, sondern auch die vielen weiteren Beschäftigten, wie beispielsweise unser Personal am Eingang, in der Küche oder beim Transport, unsere Reinigungskräfte, unsere Mitarbeiter/innen in der Verwaltung, etc. Nur gemeinsam können wir unsere Leistung als Schwerpunktversorger erbringen. Unser Personal hat sogar schon die Bereitschaft signalisiert auf Urlaub zu verzichten, um uns im Kampf gegen Corona zur Verfügung zu stehen. Dafür sagen wir Danke! Auch helfende Bürgerinnen und Bürger sind von sich aus auf uns zugekommen und haben ihre Unterstützung angeboten. Das freut uns außerordentlich. Wir haben uns die Kontakte notiert und kommen im Bedarfsfall auf diese zu."