Kritische Worte von den Absolventen

Ausbildung Umweltstaatssekretär Wolf zeichnet Einser-Prüflinge aus

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Umweltstaatssekretär Herbert Wolf (r.) gratuliert den Besten Landwirtschaftsabsolventen des Jahres. Foto: Wieland Josch

Freiberg/Zug. Es waren durchaus nachdenkliche Worte, die beim "Bestentreffen" der Absolventen landwirtschaftlicher Berufe im Fachschulzentrum Zug am Mittwoch dieser Woche gesprochen wurden.

Gekommen war der sächsische Umweltstaatssekretär Herbert Wolf, der es sich nicht nehmen ließ, den Einser-Prüflingen ihre Auszeichnungen zu überreichen. Insgesamt hatten sie in ihren Abschlussprüfungen einen Notendurchschnitt von 1,4 erreicht, was aller Ehren wert sei, wie Wolf betonte. Doch schon vor dem Ehrenakt hatten die nun ehemaligen Azubis in zwei Arbeitsgruppen ihre Ausbildungszeit bewertet und dabei sind durchaus kritische Worte gefallen.

So würden oftmals Auszubildende als billige Arbeitskräfte eingesetzt. Ebenso bemängelt wurde, dass mancher Ausbilder sich eher nebenbei um seinen Lehrauftrag kümmere. Die zur Verfügung stehende Zeit werde selten optimal genutzt, auch seien Lehrer oft krank und vieles müsse ausfallen.

So wie bisher, kann es nicht bleiben

Diese Worte erreichten durchaus das Ohr des Staatssekretärs, der sprichwörtlich den Finger in die Wunde legte: Die "Grünen Berufe" verlören beim Nachwuchs zunehmend an Attraktivität. "Wir müssen dringend neue Wege gehen, um weiter ausreichend Azubis zu finden", so Wolf.

"Aus den Anregungen der Ausgelernten können wir unsere Schlüsse ziehen." So müssten Betriebe dafür sorgen, dass eine vernünftige Vergütung gezahlt werde. Zudem solle man die bisherige Öffentlichkeitsarbeit und das vorhandene Personalmanagement überdenken.

"Freie Ausbildungsplätze müssen noch transparenter gemacht werden", schlug Herbert Wolf vor. Mit guten Azubis stehe und falle die Zukunft der sächsischen Landwirtschaft. In diesem Jahr schlossen 25 Lehrlinge ihre Ausbildung mit der Note "Sehr gut" ab.