Kunst an der Hochschule

Termin Diskussion mit Ministerin Eva-Maria Stange am 10. November

Mittweida. 

Mittweida . Passend zum Start in das neue Wintersemester wurde kürzlich auch die Kunstausstellung des in Südfrankreich lebenden Künstlers Benjamin Liepelt mit dem Titel "Meet the New Boss" eröffnet. Dabei präsentiert der deutsche Künstler insgesamt rund 40 Arbeiten, darunter Ölgemälde, Acryl auf Leinwand und Mixed Media-Exponate in den Räumlichkeiten des Carl-Georg-Weitzel-Baus. Zentrales Thema seiner Kunstwerke ist die Bewältigung der Vergangenheit. Dabei will er diese anlässlich von 25 Jahre Wiedervereinigung und 70 Jahre Kriegsende nicht einfach als Geschichtsunterricht zur Schau stellen, sondern vielmehr den Betrachter zur Auseinandersetzung mit Geschichte herausfordern. Liepelts Arbeiten zeugen von skeptischer Empathie für deutsche Befindlichkeiten. "Wir alle, nicht nur in Sachsen, haben allen Anlass, offen darüber nachzudenken, warum das Thema der Sozialen Brandstiftung sich mit Wiedervereinigung und Millenniumswechsel nicht erledigt hat", sagte Ludwig Hilmer, der Rektor der Hochschule Mittweida bei der Vernissage. Und auch die Kulturjournalistin Henriette Hormann würdigte die Ausstellung als einen wichtigen gesellschaftskritischen Beitrag: "Er hat sich als Nachkriegskind Erkenntnisse über die Vergangenheitsbewältigung selbst erarbeitet und weiß, dass die Suche nach einem Leitbild, dem New Boss, ein schmerzhafter Prozess ist", interpretiert Hormann. Im Rahmen der Ausstellung lädt die Hochschule Mittweida zudem am Dienstag, den 10. November 2015 um 17 Uhr zur Diskussion "Bruch - Brand - alles offen? - Stürmischer 9. November" ein. Dabei soll über den 9. November, den "Schicksalstag der Deutschen" debattiert werden, der als Symbol für Zerstrittenheit im Leben der Menschen, in politischen Debatten, in Wissenschaft und auch in der Kunst gilt. An der Veranstaltung im Lichthof des Hauses 1 der Hochschule nehmen unter anderem Eva-Maria Stange, sächsische Ministerin für Wissenschaft und Kunst und der Sozialwissenschaftler der TU Berlin, Wolfgang Müller, teil.