Kunstwerke erzählen von Flucht, Elend und Entbehrung

Kunst Moussa Mbarek stellt in der Musikschule Freiberg aus

Freiberg. 

Freiberg. Peter Rülke ist ein sehr umtriebiger Mensch, nicht nur auf musikalischem Gebiet. Er ist Leiter diverser Chöre und gibt Unterricht in der Musikschule Freiberg. Stets ist er auf der Suche nach Künstlern, die entweder im Probenraum des Freiberger Stadtchores am Obermarkt oder in der Musikschule an der Brückenstraße ausstellen möchten.

Über seine Verbindungen zur Dresdner Kunstakademie lernte er Moussa Mbarek kennen, der seit knapp vier Jahren in Deutschland ist und hier seine Liebe zur Kunst ausleben kann. Er stammt zwar aus dem Südwesten Libyens, gilt aber als Angehöriger des Tuareg-Volkes als Staatenloser. Vor der Verfolgung in seiner Heimat floh er über das Mittelmeer. Von den dabei erlittenen Qualen und Erniedrigungen sprechen heute viele seiner Werke, die er bevorzugt im Linolschnitt ausführt.

Die stetigen Widrigkeiten deutscher Bürokratie

Flucht, Elend und Entbehrungen zeichnen sich in den dort gezeigten Gesichtern. Sie bitten nicht um irgendwas, sie sprechen eine ganz eigene Sprache. Ebenso wie die farbigen Werke, welche sich mit Mbareks Leben bei seinem Heimatvolk beschäftigen. Landschaften, nicht selten farblich verfremdet, wechseln sich dabei mit Abbildungen des traditionellen Lebens ab.

Yvonn Spauschus begleitet Moussa Mbarek durch die Widrigkeiten deutscher Bürokratie und ermuntert ihn immer wieder dazu, sich weiter künstlerisch zu betätigen. "Er ist hier nur geduldet, muss alle halbe Jahre diesen Status neu erhalten", so Spauschus. Bis zum 3. Januar sind die Bilder im Saal der Musikschule zu sehen.