Kuriositäten auf zwei Rädern: Auf der Augustusburg ist Staunen garantiert

Ob mit Propeller oder einer Art Raketenantrieb: Die Motorräder in der neuen Sonderausstellung der Burg haben es in sich

Augustusburg

Sogar ein Bond Motorcycle ist in der neuen Sonderausstellung auf Schloss Augustusburg zu sehen. „Kuriositäten auf zwei Rädern“ lautet deren Namen.

Und das britische Gefährt fällt schnell auf, nicht nur wegen seiner knalligen blauen Farbe. Vom Design her hebt sich das bereits 1950 gebaute Motorrad deutlich ab – und man hätte sich Sean Connery alias James Bond darauf gut vorstellen können. „Aber es hat nicht wirklich etwas mit dem berühmten Agenten 007 zu tun“, gesteht Claudia Glashauser, die Leiterin des Ausstellungsmanagements, schmunzelnd.

Rossi-Fans beweisen Einfallsreichtum

Benannt wurde das Bond-Motorrad vielmehr nach dem verantwortlichen Ingenieur Lawrence Bond, der in der schwierigen Nachkriegszeit mit knappen Ressourcen ein besonders leichtes und materialeffizientes Fahrzeug entwarf. Die meisten anderen der insgesamt neun Ausstellungsstücke haben keinen Namen.

Mitunter ist ihr Erbauer nicht einmal bekannt. So wie im Fall eines Mini-Bikes, das wahrscheinlich von Valentino-Rossi-Fans kurz nach der Jahrtausendwende als Hommage an den mehrfachen Motorrad-Weltmeister aus vielen Einzelteilen – darunter eine Schaufel als Sitz – wie ein großes Puzzle zusammengesetzt wurde.

Langes Aufheizen für kurzen Fahrspaß

Auf eine spontane Privatinitiative dürfte auch ein mit Hilfsmotor ausgestattetes Beachcruiser-Fahrrad zurückzuführen sein. Es stammt von der Polizei, die es wegen des fehlenden Versicherungskennzeichens aus dem Verkehr gezogen hatte. Ausschlaggebend war ein eigens anberaumtes Gutachten, das wohl höhere Kosten verursachte als der Einzylinder-Zweitakt-Motor selbst.

Der Erbauer blieb anonym – anders als im Fall eines Motorrads, dessen Antrieb an eine Rakete erinnert. „Als Treibstoff diente Wasser, das in einem kleinen Tank mit Propangas auf 250 Grad erhitzt wurde“, sagt Jens Lang über das von Siegfried Rossberg aus Luckenwalde entwickelte Gefährt, das nur kurz Spaß bereitet. Nach zweistündigem Erhitzen reicht die Kraft nur für wenige Sekunden und 120 Meter – allerdings mit bis zu 120 km/h. Diese und noch weitere Kuriositäten, wie ein Lastenrad mit Propellerantrieb, sind noch bis zum 2. Mai 2027 auf dem Schloss zu sehen.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich