Landratsgebäude erhält einen besonderen Namen

Beschluss Verdienste Werner Hofmanns gewürdigt

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Das Hauptgebäude des Landrates in Freiberg trägt ab sofort den Namen Werner Hofmann. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Die Besucher der außerordentlich erfolgreichen Sonderausstellung zum Freiberger Porzellan im Stadt- und Bergbaumuseum im vergangenen Jahr sind diesem Namen schon einmal begegnet und dem in der Geschichte der Silberstadt Bewanderten ist er gleich gar nicht fremd: Werner Hofmann.

Von 1906 bis 1930 leitete er die Freiberger Porzellanfabrik. Diese befand sich damals in dem Gebäudekomplex, in welchem heute das Landratsamt Mittelsachsen zu finden ist. Der Lebensweg Hofmanns verlief nach jener Zeit äußerst tragisch.

Eine tragische Lebensgeschichte

Nach der Werkschließung zog er nach Dresden. Als Jude geriet er schnell ins Visier der Nationalsozialisten, nachdem diese 1933 die Macht ergriffen hatten. Sie verfügten die Streichung Hofmanns aus der Liste der Ehrensenatoren und Ehrendoktoren der TU Bergakademie.

Dem Druck, der sich durch die Reichspogromnacht 1938 noch erhöhte, hielt Hofmann nicht stand. Im Jahr darauf nahm er sich das Leben. Schon seit 1996 erinnert eine Gedenktafel am Landratsgebäude auch an sein Schicksal und die Sonderausstellung im Museum brachte in Erinnerung, welche Leistungen das Porzellanwerk unter seiner Führung schaffte. Darunter waren zum Beispiel das weltweit erste Eine-Million-Volt-Versuchsfeld und der erste runde Trommelofen.

Ein neuer Name als Widmung

Auf Beschluss des Kreistages trägt von nun an das Hauptgebäude des Landrates an der Frauensteiner Straße den Namen Werner Hofmanns, womit auch der zahlreichen anderen Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird.