Lehngericht wird zum Coworking-Center

Innovation Augustusburg nimmt sich Großstädte zum Vorbild

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Im einstigen Lehngericht am Augustusburg sollen Kultur und digitale Arbeitsplätze zueinander finden. Foto: Ulli Schubert

Augustusburg. Das einstige Lehngericht ist ein Gebäude, das das Bild der Altstadt bestimmt. Dessen ist sich Bürgermeister Dirk Neubauer gewiss. "Hier müssen Lichter brennen." Entsprechend froh ist er darüber, dass ein Chemnitzer Digitalunternehmer das Lehngericht gekauft hat und dem Haus neues Leben einhauchen will.

Neubauer hofft, dass hier Kultur und moderne Medien quasi eine Ehe eingehen und auch der Saal mit rund 200 Plätzen genutzt werden kann. Es solle ein Coworking Space eingerichtet werden, das von jedermann als Arbeitsplatz genutzt werden kann.

"Das ist ein echtes Experiment. So etwas gibt es in Großstädten aber bislang nicht in Städten unserer Größenordnung." Das berge die Hoffnung, dass sich innovative und vor allem auch jüngere Köpfe in der Stadt ansiedeln.

Digitalisierung und Breitbandausbau sind für Dirk Neubauer entscheidend für die Zukunft der Stadt Augustusburg, die dabei durchaus ungewohnte Wege beschreitet. Dafür wurde gemeinsam mit den Firmen Komsa, enviaTel und Chemmedia AG und dem Zweckverband kisa das Projekt "digitale" Stadt ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, Anwendungen für die digitale Zukunft einer Stadt gemeinsam zu entwickeln.

Dafür wurden in einem Testlauf fünf Laternen in der Altstadt mit WLAN-Routern mit dem Ziel ausgestattet, künftig flächendeckend in der Altstadt einen drahtlosen Zugang zum Internet zu ermöglichen. Dafür soll der Breitbandausbau forciert. werden.

Wieder ein ungewöhnlicher Weg: Das Glasfaserkabel, das schnelles Internet von Augustusburg nach Erdmannsdorf bringt, soll über die Schwellen der Drahtseilbahn gelegt werden, um Kosten zu sparen. Außerdem ist geplant, dass die Antennengemeinschaften der Stadt zusammengeschlossen werden und daraus eine Bürgernetzgesellschaft zum nachhaltigen Netzausbau und damit zum Nutzen der Bürger entsteht.

Neubauer setzt bei der Digitalisierung nicht auf die eine Lösung, sondern auf die jeweils günstige. So sollen Erdmannsdorfer über das Koaxialkabel der Antennengemeinschaft mit schnellerem Internet versorgt werden.