Licht im Schacht erzählt von 600 Jahren Solidarität

Wo der Begriff Knappschaft erstmals genannt wurde

Freiberg

Freiberg kann auf ein besonderes Kapitel europäischer Sozialgeschichte blicken. In der Stadt, die über Jahrhunderte vom Bergbau geprägt wurde, ist der Begriff Knappschaft erstmals urkundlich nachweisbar. Eine Urkunde vom 7. Oktober 1426 belegt diese frühe Erwähnung und macht Freiberg zu einem bedeutenden Ausgangspunkt für die Geschichte einer Solidargemeinschaft, die bis heute nachwirkt.

Mit der neuen Sonderausstellung „Licht im Schacht. Die Knappschaft 600 Jahre in Freiberg“ widmet sich das Stadt- und Bergbaumuseum ab dem 20. Juni 2026 dieser ältesten Sozialversicherung der Welt. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 2. Februar 2027, dem Tag von Maria Lichtmess, womit sich der Kreis zum gedanklichen Bezug auf das Licht wieder schließt.

Gelebte Hilfe unter Tage

Unter Tage bedeutete Arbeit stets Gefahr, Krankheit und Unsicherheit. Doch die Bergleute standen füreinander ein. Aus diesem Zusammenhalt entstand eine Form der gegenseitigen Fürsorge, die weit über den Bergbau hinaus Bedeutung gewann. Die Ausstellung zeigt die Knappschaft deshalb nicht nur als bergbauhistorisches Thema, sondern als Beispiel für Verantwortung, Solidarität und soziale Entwicklung.

Auch Oberbürgermeister Martin Seltmann hob zur Eröffnung hervor, dass es in der Geschichte des Freiberger Bergbaus nie nur um Silber und wirtschaftlichen Erfolg gegangen sei. Wichtig gewesen seien immer auch die Menschen, ihr Zusammenhalt und die Verantwortung füreinander. Gerade deshalb sei die Ausstellung nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern bis heute hochaktuell.

Besondere Leihgaben und feierliche Eröffnung

Auf rund 155 Quadratmetern verbinden sich außergewöhnliche Originalobjekte, atmosphärische Rauminszenierungen und interaktive Angebote zu einem eindrucksvollen Erlebnisraum. Der Blick reicht dabei von Sachsen bis in andere Bergbauregionen Mitteleuropas, unter anderem nach Salzburg und Aachthal in Oberbayern.

Zu den Höhepunkten gehören die Urkunde von 1426 aus dem Sächsischen Staatsarchiv, eine monumentale Fahne der Leoganger Knappschaft aus dem 18. Jahrhundert, kunstvolle Eisengussobjekte, seltene Schraubmedaillen und sakrale Objekte aus dem alpinen Bergbaukontext. Die wertvolle Urkunde wird in einer eigens eingerichteten Blackbox präsentiert und ist nur von Anfang Oktober bis Ende Dezember 2026 zu sehen.

Feierlich eröffnet wurde die Ausstellung im Beisein von Vertretern befreundeter Museen, Leihgebern, Unterstützern sowie Vertretern der Stadt und der regionalen Presse. Unter den Gästen waren Prof. Hermann Mayrhofer, Gründer und Ehrenobmann des Bergbau und Gotik Museums Leogang Auch die Bedeutung des Knappschaftsältesten Dr. Reiner Hoffmann wurde gewürdigt, er selbst war jedoch nicht persönlich vor Ort.

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