LMK-Mitarbeiter gegen Tarifkürzungen

Krankenhaus Neuer Tarifverhandlungen für sichere Jobs

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Foto: ollo/Getty Images

Mittweida. Am Landkreis Mittweida Krankenhaus (LMK) deutet sich ein Tarifstreit an. Eine vom Landratsamt in Auftrag gegebene Mitarbeiterbefragung über eine Senkung des derzeitigen Tarifniveaus wurde von der Mehrheit der Belegschaft in dieser Woche abgelehnt. Der Chef des Aufsichtsrates und gleichzeitige Landrat, Matthias Damm (CDU), appellierte die Mitarbeiter der Mittweidaer Klinik in der vergangenen Woche zur Teilnahme an der Umfrage.

Hintergrund der Bemühungen um die Aushandlung eines neuen Haustarifvertrages sei die angespannte "wirtschaftliche Notlage" des Krankenhauses, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. "Der Gesellschafter strebt eine dauerhafte Lösung für die Sicherung von Arbeitsplätzen und guter medizinischer Versorgung in der Region an", geht außerdem aus der Pressemeldung hervor. Der derzeitige Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TvöD) liege dem Landratsamt zufolge deutlich über dem durchschnittlichen Tarifniveau anderer sächsischer Krankenhäuser.

"Die Art und Weise des Vorgehens vom Landratsamt grenzt an Erpressung [...]." - Verdi-Sprecherin Manuela Schär

"Die Art und Weise des Vorgehens vom Landratsamt grenzt an Erpressung und sorgte für Verärgerung bei den Mitarbeitern des Krankenhauses", sagte Verdi-Sprecherin Manuela Schär. Sollte es zwischen dem Gesellschafter des LMK und der Belegschaft zu keiner Einigung kommen, drohe ab November laut Wirtschaftsgutachten die Zahlungsunfähigkeit der Klinik. "Wir sind bereit, wenn die Mehrheit der Belegschaft das auch will, über eine zeitweise Absenkung der Tarifgehälter nachzudenken", so die Verdi-Sprecherin.

Allerdings sei man nicht mit der Übernahme eines privaten Tarifvertrages durch die Sana AG einverstanden, langfristig müsse sich der Gesellschafter wieder an den TvöD halten. Dieser gelte noch bis März 2018. Die Aushandlung eines neuen Tarifvertrages sei hingegen ein wesentlicher Bestandteil der Sanierungspläne des seit einigen Jahren angeschlagenen LMK. Das Krankenhaus gehört seit 2016 zu 74 Prozent dem Landkreis und zu 26 Prozent der Sana AG.



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