"Man muss sich im Leben entscheiden"

Projekt Gymnasiasten sind auf den Spuren Luthers

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Johanna (2.v.l.) und die anderen Mädchen ihres Teams hatten viele Meter Folie für ihr Projekt gebraucht. Foto: Ulli Schubert

Frankenberg. Allein der Lichtstrahl einer Taschenlampe durchdringt die absolute Finsternis. Und eine Stimme, die den Weg weist, bis man vor dem Spiegel steht und sich fragen muss, ob man die richtige Entscheidung getroffen hat. Oder doch besser der aufgeklebten Linie auf dem Boden gefolgt wäre?

"Es ist wie zu Luthers Zeiten, man muss sich entscheiden", macht Johanna Hertel auf den tieferen Sinn des Projekts aufmerksam, das sie mit weiteren Mädchen aus den 12. Klassen des Martin-Luther-Gymnasiums am Freitag vorm Reformationsfest den Besuchern präsentierte.

Ideegeber Holzscheit

Bei Janka Jänig und ihren Freundinnen waren es Holzscheite, die den Anstoß gaben den Weg vom Baum bis zum Papier aufzuzeigen. Während in fast allen Räumen das Licht rar ist, tobt im herbstlich gestalteten Treppenhaus ein Gewitter.

"Hier muss es natürlich hell sein, auch wenn wir es gern anders gehabt hätten", erklärt Tom Heider, der mit den Jungs seiner Gruppe jenen Augenblick aus dem Leben Martin Luthers gestaltet hat, als dieser sich entschloss, Mönch zu werden.

Es sind dies drei der Ergebnisse eines Projekttages im Gymnasium das den Namen des Reformators trägt. Aber alle Schülerinnen und Schüler haben über mehrere Wochen ihr jeweiliges Projekt vorbereitet. Und sie haben sich damit viele Gedanken über Luther, dessen Leben und Wirken, das auf vielfältige Weise bis in unsere Zeit reicht, gemacht.

Mit der Reformation, so Schulleiter Ingo Petzold, war das damalige Bildungssystem zusammengebrochen, ein neues entstand. Vieles, was Luther sagte, hat bis heute Bestand. So auch die Erkenntnis: "Bildung kostet Geld."