Die Medaillenausbeute der Deutschen Bob-Mannschaft war zu den Olympischen Spielen gigantisch. Aus Italien brachten die Sportlerinnen und Sportler 3 Titel, vier silberne und eine bronzene Plakette mit.
Zu diesen Erfolgen leistete auch ein Mittelachse seinen Beitrag. Enrico Zinn ist beim Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin als Projektleiter Bob tätig.
Technik, Kontrolle und lange Arbeitstage
Gemeinsam mit zwei Kollegen war der 46-Jährige unter anderem für die technische Vorbereitung der Bobs für die Wettbewerbe bei Frauen und Männern sowie die Vorstellung bei der Reglementkontrolle nach den Läufen zuständig. Denn nach jedem Lauf mussten die besten acht Schlitten der Jury gezeigt und demontiert werden, damit die Einhaltung sämtlicher Paramater überprüft werden konnte. „Es gab manche Tage, an denen waren wir gegen 8 Uhr an der Bahn und erst nach Mitternacht wieder im Hotel.“, erklärt der aus dem Eppendorfer Ortsteil Großwaltersdorf stammende Maschinenbauingenieur, dass es für sein Team während der Olympischen Spiele kaum Zeit zum Entspannen gab.
Während die Zuschauer mit den Sportlern bei der Siegerehrung feierten, hatte die FES-Technikcrew immer noch das Werkzeug in der Hand. „Durch das straffe Pensum war es für uns nicht möglich, andere Wettbewerbe anzuschauen. Dennoch war Olympia ein besonderes Erlebnis“, meint Zinn.
Spiele in Europa ermöglichen Familiennähe
Denn nach Südkorea 2018 und China (2022) fanden die Spiele nun endlich wieder einmal in Europa und damit in der Nähe zu Deutschland statt. „So war es bei meiner dritten direkten Teilnahme möglich, dass zum Beispiel meine Mutter, meine Schwester mit Familie und Freunde aus meinem Heimatort in Cortina dabei waren. Darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagt der Bob-Experte.
So standen unter anderem die Kicker Heiko Dittrich und David Krauße an der Eisrinne. Zinn hatte 2008 beim FES angefangen und half 2010 und 2014 in Berlin mit, die Bobs für die Olympischen Spiele vorzubereiten.
Saisonende und Rückkehr aufs Rennrad
Für den Großwaltersdorfer, der auch bei allen Weltcuprennen das Nationalteam betreut, ist die Saison jetzt zu Ende.
„Wenn die Sonne wieder höher steigt, werde ich in meinem Heimatort mit Freuden wieder auf das Rennrad steigen, um gemeinsam ein paar Runden zu drehen“, sagt Zinn, der als aktiver Radsportler unter anderem dreimal das Rennen „Rund um Großwaltersdorf“ gewann und bei der Friedensfahrt 2006 dabei war.
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