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Milch direkt vom Erzeuger

Alternative zum Supermarkt Zapfen an der Milchtankstelle

Der niedrige Milchpreis bereitet den Bauern derzeit immer mehr Sorgen. Wegen des Überangebots kostet der Liter Milch im Supermarkt derzeit nur noch etwa 55 Cent. Davon kriegen die Milchbauern Festpreise zwischen 25 und 28 Cent. Im Vergleich: Letztes Jahr bekamen die Landwirte noch bis zu 40 Cent ausgezahlt. Der Landwirtschaftsbetrieb Alexander Zschaage in Nauhain suchte bereits 2010 nach einer Alternative: Sie investierten in die sogenannte "Milchtankstelle". Seit fünf Jahren kann man am Kuhstall des Bauernhofes, der verkehrsgünstig direkt an der Bundesstraße 175 liegt, nun selbst Milch am Automaten holen. Es ist der bisher erste und einzige Milchautomat für frische, unbehandelte Rohmilch in Mittelsachsen. Die Entscheidung einen solchen Automaten zu bauen, habe damals allerdings nichts mit dem Milchpreis zu tun gehabt, versichert Landwirtin Gabriele Zschaage: "Uns ging es darum, dem Kunden das ursprüngliche Produkt zu verkaufen." Allerdings habe sich die Anschaffung durch die sinkenden Preise in jedem Fall gelohnt. "Wir können mit dem Automaten unseren Verkaufsschnitt über 30 Cent pro Liter halten. Ohne diesen würde sich die Produktion kaum noch lohnen", erklärte Zschaage. Der Liter Milch kostet an der Milchtankstelle 90 Cent. 65 Milchkühe produzieren täglich etwa 1600 Liter, zwischen 60 und 100 Liter verkaufen sie dabei über den Automaten. Doch auf dem Hof gibt es nicht nur Milch zu kaufen: "Wir bieten ein breites Sortiment von Kartoffeln bis hin zu saisonalem Gemüse an", so Zschaage. Darüber hinaus wird auf dem Gut auch Joghurt und Käse aus eigener Milch angeboten. Für die Käseproduktion arbeitet man mit der Käserei von Gritt Lange in Geringswalde zusammen. Diese und ähnliche regionale Kooperationen ermöglichten kürzlich auch die Anschaffung eines Melkroboters, mit dem sich der Betrieb für die schwierige Zukunft auf dem umkämpften Milchmarkt rüsten will.



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