Ministerin Zypries startet Parforce-Anlage

Forschung Freiberger Wissenschaftler leisten Beitrag zum Recycling von Phosphor

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Rektor Klaus-Dieter Barbknecht, MdB Simone Raatz, Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, Professor Martin Bertau, Dietrich Hoffmann und Peter Fröhlich (v.l.) bei der Einweihung der neuen Parforce-Anlage. Foto: Stefanie Horn

Freiberg. Welches Potential wissenschaftliche Ausgründungen der TU Bergakademie Freiberg für die Industrie haben, zeigten Freiberger Wissenschaftler der Bundeswirtschaftsministerin Zypries mit ihrer "Parforce-Technologie" am Dienstag. Das entwickelte Recyclingverfahren "Parforce" beschäftigt sich mit dem Element Phosphor.

Der lebensnotwendige Mineralstoff ist zum Beispiel am Aufbau des Knochengewebes oder der Erbsubstanz beteiligt. Der Mensch nimmt Phosphor über die Nahrung auf. Aber auch in der Industrie wird Phosphor in der Düngemittelproduktion oder als Zusatzstoff in Lebensmitteln eingesetzt. Phosphor ist eine endliche Ressource.

Einige wenige Lieferländer bilden ein Oligopol, von dessen Import Deutschland abhängig ist. Das ausgelieferte Phosphat ist zudem immer häufiger mit Schwermetallen belastet. Recycling ist deshalb eine neue und dringend benötigte weitere Quelle.

Um die Industrie künftig mit einer sauberen, hochwertigen Phosphorsäure versorgen zu können, setzen die Freiberger Forscher bei ihrem Recyclingverfahren auf heimische Ressourcen. Zum Einsatz kommen dabei Klärschlammaschen oder Produktionsabfälle. Das hat viele Vorteile:

"Zum einen sind wir weniger stark von Importen abhängig und zum anderen erhalten wir eine hochreine Phosphorsäure, ohne dabei problematische Abfälle zu erzeugen", erklärt Prof. Martin Bertau. "Die Probleme mit der Schwermetallbelastung bei der klassischen Phosphorsäure gibt es bei unserer Recycling-Phosphorsäure nicht", ergänzt Peter Fröhlich, Leiter des Ausgründungsprojektes

"Das an der TU Bergakademie Freiberg entwickelte Verfahren ist beispielgebend für nachhaltige, wirtschaftliche Nutzung unserer Ressourcen. Es spiegelt nicht nur die Forschungsstärke der Universität wider, sondern zeigt auch das Potential der Freiberger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen", erklärte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries.