Mit Born Heinrich durch die Stadt

Geschichte Wanderung mit Ex-Bürgermeister Franz Lindenthal in Lunzenau

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Born Heinrich führte auch die Besucher entlang der Muldenpromenade während der Geschichtswanderung in Lunzenau. Foto: Andrea Funke

Lunzenau. Wer sich für die Geschichte der Muldestadt Lunzenau interessiert und gern einmal die bekannten Lunzenauer Originale wie Born Heinrich, Hempel Marie und Prinz Lieschen kennenlernen wollte, war bei der alljährlichen Geschichtsführung des Mittelsächsischen Kultursommers vor kurzem richtig.

Mehr als 40 Teilnehmer hatten sich am Marktbrunnen eingefunden und gingen mit dem ehemaligen Bürgermeister Franz Lindenthal, der in die Rolle des Born Heinrich schlüpfte, auf einen Rundgang durch die Stadt. Lunzenau musste viele Jahrhunderte um das Stadtrecht kämpfen.

Mit Hochwässern hatten die Menschen dort schon immer zu kämpfen

Die große Pest von 1633 halbierte die damalige Einwohnerzahl von zirka 300 und zwei Jahre später folgte der erste Stadtbrand. Schon mehrmals bekamen die Einwohner die Folgen von Hochwässern zu spüren, so 1839, 1858, 1954, 1966, 2002, 2010 und zuletzt 2013.

An der Verladestation der Papierfabrik trifft die Wandergruppe auf Hempel-Marie. Sie betrieb einen kleinen Gemischtwarenladen. "Mit meinem Tragkorb lief ich in der Früh zum Cossener Bahnhof und fuhr nach Chemnitz in die Markthalle um frische Waren zu holen. Meine Spezialität waren Fischwaren, Sauerkraut und saure Gurken", sagte die historische Figur.

Nächste Station: Max-Vogler Park

Born Heinrich führte die Gruppe weiter in den Max-Vogler Park. "Früher war hier mein ausgedehnter Obstgarten mit den besten Früchten weit und breit", berichtete das Lunzenauer Original, welches 88 Jahre alt wurde und zeitlebens hart arbeitete. Nach seinem Tod ging der Garten an die Stadt über, die daraus den Max Vogler Park machte, benannt nach dem bekannten Heimatdichter und kritischen Journalist.

Er verfasste 1883 sein Hauptwerk "Der Herr Kommerzienrat". Das Buch enthielt Kritik an den sozialen Verhältnissen und der Lunzenauer Fabrikant Vogel fühlte sich beleidigt. Die gesamte Auflage wurde beschlagnahmt.

Zuletzt die Lebensgeschichte von Prinz Lieschen

Die Führung endete am Domizil des Heimatvereins, einem schmücken Fachwerkhaus, das den Stadtbrand von 1781 überstand und vom Heimatverein sorgsam saniert wurde. Dort berichtet auch noch Prinz Lieschen von ihren Erlebnissen, als sie mit Männersachen durch die Lande zog und mit August den Starken verwechselt wurde. Dafür landete sie im Waldenburger Gefängnis wurde aber begnadigt.