Mit der "Anna" über die Zschopau

Tourismus Gastwirt schuf vor über 180 Jahren erstmals eine Fährverbindung über den Fluss

Krumbach. 

Das malerische Zschopautal zwischen Sachsenburg und Schönborn ist gerade im Frühjahr ein beliebtes Ausflugsziel. Auf halbem Weg wartet auf die Ausflügler ein besonderes Erlebnis: In Krumbach kann man mit der Fähre "Anna" den Fluss queren. Genauer gesagt, der Wandersmann kann sich übersetzen lassen. Von Roland Drawert oder auch von Uta Hoffmann. Bei letzterer wäre der Ruf "Fährmann, hol über" wohl eher nicht angebracht. Aber der ist sowieso nicht nötig, denn man kann "Anna" mithilfe einer Glocke "rufen". Wie ihr Kollege zieht auch Uta Hoffman die Leute erst seit dieser Saison mit der Querseilfähre über die Zschopau. "Es ist einfach herrlich. Immer in der Natur und an der frischen Luft", schwärmt die 63-Jährige. Und wenn schon nicht im, dann wenigstens auf dem Wasser, denn das ist Uta Hoffmanns Element. Jahrelang leitete die Rettungsschwimmerin eine Schwimmschule, war Leiterin der DLRG-Gruppe in Sachsenburg. Und blickt man noch weiter zurück, sieht man ein junges Mädchen 1968 durchs Wasser des Olympiabeckens in Mexiko seine Bahnen ziehen. Uta Hoffmann, damals noch Schmuck, gewann mit der 4 mal 100 Meter Kraulstaffel der DDR olympisches Silber. Fast 45 Jahre ist das her, doch noch immer hat sie das Wasser nicht losgelassen. Und zupacken kann sie sowieso, weshalb es ihr auch nicht schwer fällt, die Fähre am Seil über den Fluss zu ziehen. Deren Ursprung geht bis ins Jahr 1830 zurück, als der damalige Gastwirt der "Wasserschänke" die Fährverbindung über die Zschopau einrichtete.