Miteinander sprechen ist wichtig

Gesellschaft Margot Käßmann weilte in der Muldestadt

Margot Käßmann sprach in der Peniger Stadtkirche über Kirche und Politik. Foto: Andrea Funke

Penig. Die Stadtkirche Penig war am Mittwochabend fast bis auf den letzten Platz besetzt. "So voll ist die Kirche nur zu Weihnachten", stellte Bürgermeister Thomas Eulenberger bei der Begrüßung von Theologin Margot Käßmann zum 15. Peniger Gespräch fest. Zuvor hatte er gemeinsam mit der 59-Jährigen sowie Hans-Hermann Strobel vom Förderverein Penig "für eine attraktive Stadt" eine Lutherlinde auf der Muldeinsel anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläum gepflanzt. Jetzt stellte sich die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche den Fragen von Moderator Gunnar Baumann zu Kirche und Politik.

"Es muss doch möglich sein mit Respekt und Würde zu streiten"

"Es war für mich ermutigend, die vielen Konfirmanden und Pfadfinder in Wittenberg zu treffen. Es gab viele entspannte Gespräche mit Vertretern aller Religionen", so Käßmann. Die Stärke der Kirche ist, in Gesprächen mit den Menschen von "Face to Face" und nicht über Facebook zu kommunizieren. Kritisch betrachtet die Theologin die verbalen Ausfälle und Angriffe über die sozialen Medien und die Verrohung im Umgang miteinander. Dagegen gilt es, entschieden aufzutreten. "Es muss doch möglich sein mit Respekt und Würde zu streiten."

Pflege- und Bildungsthematik ist alarmierend

Bei den Wahlveranstaltungen hätte sie sich mehr Inhalte gewünscht, gefühlt habe es nur das Flüchtlingsthema gegeben. Alarmierend ist jedoch die Thematik Pflege und Bildung. Die Vermittlung von demokratischen und christlichen Werten ist in erster Linie die Aufgabe der Eltern, auch die Kita, Schule und Kirche sind mit dafür verantwortlich. "Erziehung ist anstrengend auch das Vorleben trägt zum Verhalten der Kinder bei. Wir brauchen Menschen mit Haltung", stellt die vierfache Mutter fest. Die Kirche sei immer ihre Welt gewesen. "Auf die Palme bringt mich, wenn es heißt, es geht nicht aus bürokratischen Gründen", sagt Käßmann, die im Mai 2018 in Ruhestand geht. Sie will dann ein Buch schreiben und Zeit mit ihren vier Enkeln verbringen.