Mittelsachsen sucht "Steh-Auf-Geschichten"

Aktion Projektteam des Mittweidaer Müllerhofs möchte Menschen helfen

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Sammeln seit dieser Woche persönliche Geschichten über Umbrüche im Leben: Eine Projektgruppe des Müllerhof Mittweida. Einwerfen kann man diese in zahlreiche Briefkästen, die von Schulkindern gebastelt wurden. Foto: Dennis Heldt

Mittweida. Jeder Mensch steht im Leben mindestens einmal vor einer zukunftsweisenden Entscheidung. Einer Entscheidung, die das gesamte weitere Leben beeinflusst. Einige erleben auch Rückschläge oder persönliche Verluste. Doch irgendwie meistert man diese Umbrüche oder nimmt sie stillschweigend in Kauf. Damit soll jetzt Schluss sein:

In einem neuen Projekt des Müllerhofs Mittweida möchte eine Gruppe von Schriftstellern, Künstlern und Schauspielern sogenannte "Steh-Auf-Geschichten", also persönliche Kurzgeschichten, sammeln und veröffentlichen. Am Mittwochabend fand dazu die Auftaktveranstaltung in Mittweida statt.

Sich alles von der Seele schreiben und los lassen

"Uns geht es darum, dass sich die Menschen gegenseitig Geschichten erzählen und so eine Verbundenheit untereinander und zur Region herstellen", erklärte die Autorin Sylvia Eggert die Idee. Viel zu oft würden wichtige Erinnerungen verloren gehen: "Wir wollen damit zum einen den Erzählenden die Möglichkeit geben, sich den Druck von der Seele zu reden oder zu schreiben, und zum anderen aber auch jungen Menschen diese Erfahrungen weitergeben", meinte Künstler Jens Ossada.

Die Möglichkeiten der Vermittlung dieser "Steh-Auf-Geschichten" sind dabei grenzenlos: "Man kann die Geschichten selbst schreiben und namentlich oder anonym in einen unserer vielen bunten Briefkästen werfen, die seit dieser Woche an vielen Orten aufgestellt wurden, oder die Geschichte per Mail über unsere Webseite einsenden oder aber um einen Gesprächstermin bitten, dann schreiben wir die Geschichte auf", erklärte Autor und Mitorganisator Karl-Heinz Nebel das Procedere.

Bis Ende Juni soll erst mal gesammelt werden

Mit einer kleinen Theateraufführung der Gruppe "Septem Mulieres" wurde das Thema den anwesenden Gästen präsentiert. Die ersten Ideen zur Veröffentlichung der Geschichten haben die Initiatoren dabei auch schon im Kopf: "Wir sammeln erst mal bis Ende Juni so viele wie möglich und schauen dann, was wir daraus machen: Lesungen, Theaterinszenierungen oder künstlerische Ausstellungen, vielleicht entsteht sogar ein Buch daraus, wer weiß", ergänzte Ossada.

Wem eine persönliche Geschichte auf dem Herzen liegt, der kann sich auf der Internetseite www.stehaufgeschichten.de weiter belesen.



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