Mittweida bemüht sich um Weltoffenheit

Gesellschaft Firma Slock.it berichtet von Beleidigungen gegen Mitarbeiter

Mittweida. 

Mittweida. Die Große Kreis- und Hochschulstadt gibt sich weltoffen, möchte damit Investoren und weitere Unternehmen in die Stadt ziehen. Diese Absicht hat in den vergangenen Tagen einen Rückschlag erhalten: Denn Vertreter der Firma Slock.it, eines in der Softwareentwicklung tätigen Unternehmens, das seit drei Jahren in Mittweida ansässig ist und auch gern "hier bleiben" möchte, sprach bei Oberbürgermeister Ralf Schreiber seine Probleme an.

Ausländisch aussehende Mitarbeiter durch Anwohner angefeindet

Slock.it beschäftigt 26 Mitarbeiter aus aller Welt, so aus den USA, Südamerika und Asien. Natürlich sind auch nicht einheimisch aussehende Mitarbeiter dabei. Sie haben berichtet, dass sie mehrmals im Stadtgebiet angesprochen und beleidigt worden seien, so Steffen Kux, Slock.it-Verantwortlicher für das Projektgeschäft.

Mittweidas Oberbürgermeister reagierte konsequent und informierte nach einem gemeinsamen Gespräch mit den Mitarbeitern die Medien. Durch die weltweiten Kontakte der Hochschule Mittweida, in Betrieben und im Gesundheitswesen sind im Stadtgebiet der Zschopaustadt viele Menschen aus anderen Ländern beschäftigt und unterwegs. Schreiber sieht für die momentane Situation als Ursache die massive Unsicherheit in der Bevölkerung, welche durch die Flüchtlingssituation ausgelöst wurde.

Oberbürgermeister setzt sich für Akzeptanz und Toleranz in Mittweida ein

"Der Umgang mit Menschen aus anderen Ländern im eigenen Land ist neu und erfordert ein sehr hohes Maß an Akzeptanz und Toleranz. Dabei ist es wichtig nicht pauschal zu urteilen", sagte Schreiber. Gemeinsam mit der Hochschule und der Volksbank Mittweida baut die Stadtverwaltung gegenwärtig die Innovationsregion Mittweida auf.

Chemnitz bewirbt sich zusammen mit Mittweida und 21 weiteren Städten für die "Kulturhauptstadt 2025". Das stehe - laut Schreiber - im krassen Gegensatz zum Verhalten einiger weniger Menschen aus dem Stadtgebiet.

MITTeinander - Mittweida soll zum Umdenken angeregt werden

Mit ihrem Verhalten schaden sie der Stadt, indem neue Arbeitsplätze nicht geschaffen werden und vorhandene in Metropolen abwandern, in denen ein solches Verhalten nicht auf der Tagesordnung steht. Als eine erste Maßnahme hat sich der OB vorgenommen, regelmäßig im städtischen Amtsblatt Personen vorzustellen, die zum Nachdenken anregen sollen. Schreiber will damit in der Zschopaustadt schon zeitig ein "MITTeinander" erreichen, wie es bereits ein aktueller Slogan der Stadt verspricht.