Moderne Kommunikation im Spiegel der Kunst

Ausstellung Rolf Büttners "Der Radio-Amateur" zum Auftakt in der Turmgalerie

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Rolf Büttner mit der Skulptur, die er "The King" genannt hat in der Turmgalerie. Foto: Ulli Schubert

Augustusburg. Eine Woche später als ursprünglich geplant wurde die Ausstellung der "Der Radio-Amateur" von Rolf Büttner eröffnet. Der Künstler musste in seiner Eigenschaft als Leiter der Volkskunstschule zunächst noch die Ausstellung zu deren 50. Geburtstag im Oederaner Museum eröffnen. Eine Woche darauf also nun die mit eigenen Werken in der Turmgalerie des Schlosses Augustusburg.

Es ist die erste Schau in diesem Jahr im Lindenhaus, und sie wirft gleich grundlegende Fragen auf. So beispielsweise jene, wie umzugehen sei mit all den Errungenschaften moderner Technik. Der in Erdmannsdorf lebende Künstler, Jahrgang 1968, stellt sich die Frage, wie die Telefonie in seine Leben gekommen sein mag - die heutigen Generationen wachsen mit dem Smartphone auf, womöglich enger verbunden als mit den Eltern.

Technische Geräte scheinen wahre Nähe zu ersetzen

Ein Paar mit Mobile ist zu entdecken, das immerhin noch eng umschlungen steht, während doch mittlerweile die Geräte wahre Nähe zu ersetzen scheinen. Menschen nebeneinander, mit Blick auf das Display, sie sind längst keine Seltenheit mehr. Ein Kopf, der Hals wie abgeschlagen, aus dem allerlei Kabel ragen, an denen wir hängen oder zu hängen vermeinen. Von denen wir abhängen. Und wer sich verweigert etwa der steten Erreichbarkeit, wird womöglich abgehängt.

Der Ausstellungsname stammt von einen Buch

An einer Wand zwei Zeichnungen erst in diesem Jahr entstanden, schlicht "Opa" genannt. Rolf Büttners Großvater trägt eine gewisse Verantwortung an dem, was in der Ausstellung zu sehen ist. In seinem Bücherregal fand der Enkel einst ein Buch, dessen Titel nun auch die Schau in der Turmgalerie trägt "Der Radio-Amateur".

Das Buch erklärte anschaulich, den Entwicklungsstand der Radio-Telefonie der 1920er Jahre. Es warf für den etwa 13-jährigen Jungen, der darin schmökerte, viele Fragen auf. So wie dem Künstler heute, wenn er auf sein Smartphone blickt, sich zahlreiche Fragen stellen. Einige Antworten (und neue Fragen) finden sich in der Ausstellung, die bis zum 23. April täglich von 10 bis 17 Uhr in der Turmgalerie angeschaut werden kann.