Modernität in historischer Kulisse

Sanierung Kornhaus nun vollständig bezogen

Freiberg. 

Wenn er sich recht entsinne, so Stefan Knupfer, Vorstand der AOK plus, so sei es gar nicht einmal eine so leichte Geburt gewesen, dass die Freiberger Filiale der Krankenkasse ihr neues Quartier im fertig sanierten Kornhaus findet. "Mich erreichte Anfang 2013 ein Anruf, der beinahe eine Beschwerde war", schmunzelt er heute. "Da fragte mich der Baubürgermeister Holger Reuter, warum wir denn nicht dort einziehen wollten." Der Angesprochene erinnert sich ebenfalls amüsiert an jene etwas überfallartige Taktik, die allerdings von Erfolg gekrönt war. "Und wir haben die Verhandlungen doch recht unblutig über die Runden gebracht", meint Reuter. All dies waren die Begleitworte zu jenem offiziellen Moment am Mittwoch dieser Woche, da das alte neue Kornhaus in Freiberg endlich vollständig von seinen Mietern bezogen wurde. Zur Feststunde der Krankenkasse kam mit Karla Grießbach auch die Leiterin der Stadtbibliothek, die ihre Räume in den höheren Etagen genommen hat, während die Krankenkasse im Erd- und 1. Obergeschoss residiert. "Die allerersten Planung für die Nutzung reichen bis ins Jahr 2000 zurück und sahen ganz anders aus", sagt Holger Reuter. "Erst sollte das Stadtarchiv einziehen, doch Archive haben die Angewohnheit, größer zu werden, was die Idee schnell obsolet werden ließ." Später dachte man an kleinere Geschäfte, aber auch das war nicht realisierbar. Wunsch blieb aber, mit den Mietern zur Belebung der Altstadt beizutragen. In beiden Fällen ist es gelungen. Beispielsweise sind seit Öffnung der Bibliothek Mitte September weit über 600 Neuanmeldungen von Nutzern zu verzeichnen. Das Kornhaus ist schon jetzt eine Erfolgsgeschichte.