Montangeschichte zum Anfassen: Schauanlagen in Mittelsachsen laden zum Entdecken und Feiern ein

Am 5. Juli öffnen in der Region zahlreiche Zeugnisse des Berg- und Hüttenwesens ihre Türen. Im Mittelpunkt steht das VII. Lichtloch in Halsbrücke, das zugleich sein 35-jähriges Vereinsjubiläum feiert.

Halsbrücke

Wenn sich historische Technik, Musik, Handwerk und gelebte Tradition verbinden, wird Montangeschichte in der Region auf besondere Weise erlebbar. Am Sonntag, dem 5. Juli, laden zahlreiche Schauanlagen des Bergbaus und Hüttenwesens zu einem besonderen Entdeckungstag ein. Ein zentraler Treffpunkt ist dabei das VII. Lichtloch des Rothschönberger Stollns in Halsbrücke.

Festtag am VII. Lichtloch in Halsbrücke

Von 10 bis 17 Uhr lädt der Verein VII. Lichtloch Halsbrücke zum Tag der Schauanlagen und zugleich zu seinem 35-jährigen Jubiläum ein. Das historische Ensemble aus Schachthaus, Pulverhaus und Bergschmiede wird dabei zum lebendigen Schauplatz montaner Geschichte.

Seit vielen Jahren wird die Anlage von den Vereinsmitgliedern mit großem Einsatz erhalten, gepflegt und für Besucher erlebbar gemacht.

Musikprogramm zum Jubiläum

Um 10 Uhr beginnt der Tag feierlich mit dem Bergmusikkorps Saxonia. Um 11 Uhr folgt der Chor Terzschlag, um 12 Uhr treten die Freiberger Bergsänger auf. Ab 13.30 Uhr sorgt die Unterhaltungsband The Millers für weitere Stimmung.

Damit erhält das Jubiläum einen festlichen musikalischen Rahmen.

Führungen, Wanderungen und digitale Schachtbefahrung

Besucher können sich auf Führungen an und in den Anlagen freuen. Außerdem werden Wanderungen zum Kahnhebehaus angeboten. Für Kinder gibt es Bastelangebote und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten.

Ein moderner Höhepunkt ist die digitale Schachtbefahrung mit VR-Brillen. So lässt sich der 123 Meter tiefe Schacht auf eindrucksvolle Weise virtuell erleben. Historische Technik und moderne Vermittlung begegnen sich hier auf besonders anschauliche Weise.

Handwerkskunst am Schacht

Unter dem Motto "Handwerks-Pracht am Schacht" zeigen verschiedene Handwerker ihr Können. Zu erleben sind unter anderem Zinngießerei, Zimmerei, Steinrestaurierung, Orgelbau, Schauschmieden, Schnitzkunst und Intarsienarbeiten.

Damit wird sichtbar, wie eng bergmännische Tradition, handwerkliches Können und Heimatgeschichte miteinander verbunden sind.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt

Auch kulinarisch ist der Tag breit aufgestellt. Angeboten werden unter anderem Kesselgulasch, Flecke, Bratwurst, Fischbrötchen, Wiener, Kaffee und selbst gebackener Kuchen sowie Rechenberger Fassbier und weitere Getränke.

Zu finden ist das VII. Lichtloch in Halsbrücke an der Straße der Jugend 49.

Zahlreiche weitere Anlagen öffnen ihre Türen

Zum Tag der Schauanlagen des Bergbaus und Hüttenwesens öffnen am 5. Juli auch viele weitere besondere Orte ihre Türen. Viele dieser Anlagen sind sonst nicht ständig zugänglich und werden mit viel ehrenamtlichem Einsatz erhalten.

In Oberschöna lädt die Radstube im Unverhofft Segen Gottes Erbstolln ein. Besucher erleben dort unter fachkundiger Führung die Welt der Bergleute mit Abzugsrösche, Schachtbereich, Radstube und Abbaubereichen.

Technik und Bergbaugeschichte in der Region

Der Drei-Brüder-Schacht zwischen Freiberg und Brand-Erbisdorf zeigt von 10 bis 16 Uhr den Weg vom Silber zur sauberen Energie mit Trommelfördermaschine von 1888, Schaltwarte von 1914 und visuellen Befahrungen.

In Halsbrücke öffnet die Erzwäsche mit Führungen in kleinen Gruppen, Modellausstellung, historischer Nähmaschinenausstellung, Fotoausstellung und Imbissangebot.

Im Besucherbergwerk Alte Hoffnung Erbstolln in Schönborn-Dreiwerden werden Führungen, Einfahrten, Bootsfahrten und technische Zeugnisse des Bergbaus geboten.

Weitere Stationen von Muldenhütten bis Reinsberg

Weitere Stationen sind das Zylindergebläse Muldenhütten, die Pochradanlage Turmhofschacht, der Bartholomäusschacht in Brand-Erbisdorf, der Pegmatit-Stolln an der Krumbacher Fähre im Zschopautal und das IV. Lichtloch in Reinsberg.

In Freiberg kann außerdem die Hilliger Glocke im Stiftungsgebäude besucht werden. Eine Stadtführung widmet sich dort den Spuren der Freiberger Glocken- und Stückgießerfamilie Hilliger.

Starkes Zeichen für das Ehrenamt

Hinter dem Tag der Schauanlagen steht auch ein deutliches Zeichen für ehrenamtliches Engagement. Die Saxonia Freiberg Stiftung ist Schirmherrin der Veranstaltung und unterstützt Vereine und Institutionen, die sich dem berg- und hüttenmännischen Erbe der Region widmen.

Viele Menschen engagieren sich mit großem Einsatz für die Montanregion Erzgebirge. Sie organisieren Veranstaltungen, dokumentieren Geschichte, musizieren, reparieren, erhalten und bewahren wertvolle Zeugnisse der Vergangenheit. Damit leisten sie wichtige Kulturarbeit und stärken zugleich das Gemeinwohl einer traditionsbewussten Region.

Unterstützung für das montane Erbe

Die Stiftung fördert diese Arbeit im Rahmen ihrer gemeinnützigen Satzungsziele. Mit Spenden oder Zustiftungen kann jeder dazu beitragen, dass die besonderen berg- und hüttenmännischen Traditionen der Heimat auch für kommende Generationen lebendig bleiben.

Wanderung durch die Bergbaulandschaft Zug

Ein weiteres Angebot ist die montanhistorische Wanderung, die um 14 Uhr am Fachschulzentrum Zug startet. Sie führt durch Halden, historische Huthäuser und Kunstgräben der Bergbaulandschaft Zug.

Begleitet werden die interessierten Wanderer von Mitgliedern des Fremdenverkehrsvereins Freiberg e. V.

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