Moto3-WM-Feier verschoben

Dramatik Cortese und Folger mit großen Emotionen

Der Berkheiner KTM-Pilot Sandro Cortese hat beim Großen Preis von Japan im Weltmeisterschaftslauf der Klasse Moto3 nach seiner anfänglichen Enttäuschung, die durch einen Sturz wenige Meter vor dem Ziel im Kampf mit seinem Teamkollegen, dem Briten Dany Kent und dem Italiener Alessandro Tonucci ausgelöst worden war, schnell sein Gleichgewicht wieder gefunden. Denn der 22-Jährige hätte in dieser Situation schon Weltmeister werden können, da sein größter Konkurrent Luis Salom (Spanien) kurz vor Schluss auch gestürzt war und den Führenden Jonas Folger auch mit ins Abseits schob.

Es waren schon große Emotionen, die sich in Wutausbrüchen entluden. Zuerst tobte Cortese: "Ein bisschen Respekt hätte er schon zeigen können, das war nicht nötig" und drohte dem Briten mehrfach mit der Faust auf der Auslaufrunde. Aber kurze Zeit später entschuldigte sich der Deutsche. "Mein Verhalten heute tut mir leid. Ich habe gesehen, dass ich den Titel hätte heute gewinnen können, war enttäuscht darüber, was passiert ist", meinte der WM-Spitzenreiter, der einen WM-Titel in der kleinen Motorrad-Klasse holen könnte. Mit nunmehr 56 Punkten Vorsprung kann Cortese am Wochenende in Malaysia schon das Kunststück fertigbringen.

Der WM-Spitzenreiter war am Schluss des Renntages doch noch zufrieden, als er sah, dass er als Sechster seine Führung weiter ausgebaut hatte. Er führt nun mit 255 Punkten vor dem Spanier Maverick Vinales (199), der auf Platz zwei fuhr und vor Salom (194). Die WM-Feier wurde verschoben.

Danach schlug Folger auch den scharfen Ton an, als er neben seiner völlig zerstörten Kalex wieder das Wort fand. "Die Attacke von Salom war völlig übertrieben. Da hat er sein Hirn ausgeschaltet. Ich war nahe am Sieg dran - leider wurde ich von ihm abgeschossen", so der wütende 19-Jährige.