Museumsnacht präsentiert spektakulären Mordfall

Historie Vor 109 Jahren wurde Grete Beier in Freiberg öffentlich hingerichtet

Das Bild der schönen Mörderin entstand bei Foto Goldschmidt, Oederan. Repro: Ulli Schubert

Oederan. Zunächst ein Blick in die Geschichte. In zeitgenössischen Darstellungen wurde der Mord der Grete Beier an ihrem Verlobten wie folgt geschildert:

Nach ihrer Verurteilung und der Ablehnung eines Gnadengesuchs durch den König "erfolgte am 23. Juli 1908 im Hofe des Freiberger Gerichtsgefängnisses durch den sächsischen Landesscharfrichter Brandt (Hohenlinde bei Oederan) die Hinrichtung der Grete Beier mittels Guillotine." Der Fall sorgte für viel Aufsehen, Kurt Tucholsky schrieb von einem "kleinen Volksfest": "Damals zierten 200 den Hof."

Führung durch den Mordfall

Zur Museumsnacht am 12. August in Oederan wird Michael Kreskowsky im Museum als Kerkerknecht aus dem Leben von Grete Beier berichten und durch die Sonderausstellung führen, die neben dem Mordfall zahlreiche mittelalterliche Folter- und Hinrichtungsmethoden zeigt. Hier wird man sehen, dass Guillotinieren längst nicht das Schlimmste war.

Manch einer wird vielleicht Schaudern, wenn er die Zangen sieht, mit denen man den Delinquenten Körperteile abriss. Und das die Garotte noch bis 1974 als Tötungsmaschine in Spanien angewandt wurde, ist kaum zu fassen.

Musikalische Aufheiterung

Es gibt auch versöhnliche und lustige Töne zur Museumsnacht. Dafür sorgen Kammerzofe Agnes von Hohen Stein, also Birgit Lehmann und ihr kongenialer Partner Matthias Brade, die durch die 18 Uhr beginnende Museumsnacht führen.