Musik, die Grenzen überwindet

Ferien Integration wie nebenher beim Musik-Projekt im Kinderbauerngut Langenstriegis

Jonas Ernecke, Dirigent der Oederaner Blasmusikanten, stellte am Montag ein Instrument nach dem anderen vor. Von der Klarinette bis zur Duduk, die auch als armenische Flöte bekannt ist. Auftakt für eine Ferienfreizeit im Kinderbauerngut Langenstriegis, die erstmals vom Verein der Oederaner Blasmusikanten organisiert und von den Bündnissen für Bildung "Kultur macht stark" gefördert wird. 27 Mädchen und Jungen aus Kommunen der Region, darunter sieben Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die in Freiberg leben, haben einen der begehrten Plätze ergattert. Ein Beispiel, wie einfach Integration sein kann, denn die Mädchen und Jungen aus Syrien, Albanien, Tunesien und Eritrea sind genauso lebhaft und aufmerksam dabei wie die aus Frankenberg oder Niederwiesa.

Etwa die Hälfte der 10- bis 14-Jährigen spielt bereits ein Instrument, wie zum Beispiel Maria Mikolajtschik und Sophie Hunger, die Waldhorn beziehungsweise Saxophon in der Bläserklasse des Martin-Luther-Gymnasiums Frankenberg erlernen. Während sie ihre Kenntnisse erweitern wollen, wagen sich andere Kinder, so Nebyat aus Eritrea, erstmals an ein Instrument. Ihnen steht Mathias Hochmuth zur Seite. Er studierte Jazzposaune und Klavier und ist freiberuflich tätig. Wie Jonas Ernecke ist ihm die Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls besonders wichtig, egal aus welchem Land die Musiker stammen. "Wenn es uns gelänge, ein kleines Ensemble für die Zukunft zu bilden, wäre das natürlich sehr schön", so Ernecke.

Die Ferienfreizeiten werdengenauso fortgesetzt wie die Tagesprojekte, die in Oederan und Freiberg geplant sind. "Mit den Einzeltagen wollen wir versuchen, eine gewisse Nachhaltigkeit nach der Ferienfreizeit erreichen", erklärt Günter Wittwer, der Initiator des Projekts.