Musik, Sprachbrillanz und eine klare Friedensbotschaft

Heinz Rudolf Kunze fesselt den Freiberger Schlosshof

Freiberg

Fast bis auf den letzten Platz gefüllt war der Freiberger Schlosshof, als Heinz Rudolf Kunze bei den Sommernächten sein Soloprogramm "Das sagt der Richtige" präsentierte. Ohne Band und große Bühneneffekte, allein mit Gitarre, Monti und Klavier, bewies der Rockpoet, welche Kraft in einer markanten Stimme, meisterhaftem Instrumentalspiel und klug gesetzten Worten liegen kann. Vom ersten Ton an entstand eine besondere Nähe zwischen Künstler und Publikum.

Klassiker und poetische Entdeckungen

Mit bekannten Liedern wie "Dein ist mein ganzes Herz", "Finden Sie Mabel", "Lola" und "Alles was sie will" weckte Kunze Erinnerungen und sorgte für begeisterte Reaktionen. Daneben erklangen nachdenkliche Stücke wie "Vertriebener" und "Die Dunkelheit hat nicht das letzte Wort". In seinen politisch geprägten Liedern vermied der Künstler parteipolitische Bekenntnisse. Stattdessen zog sich eine unüberhörbare Botschaft durch den Abend. Frieden, Menschlichkeit und Hoffnung standen im Mittelpunkt seiner gesprochenen und gesungenen Texte.

Selbstironie und Freude an der Sprache

Zwischen den Liedern entwickelte sich das Konzert immer wieder zu einem feinsinnigen Literaturabend. Kunze spottete liebevoll über das Älterwerden, körperliche Veränderungen und gelegentliche Vergesslichkeit. Der "Song vom Zettel" und der "Blues vom Haar" trafen den Humor des Publikums. Seine Selbstironie wirkte nie bitter, sondern warmherzig, wortgewandt und befreiend.

Als Sprachkenner und leidenschaftlicher Liebhaber der deutschen Sprache nahm Kunze auch das Gendern witzig aufs Korn. Mit feiner Ironie und pointierten Beispielen stellte er dessen Sinnhaftigkeit infrage, ohne belehrend zu wirken. Augenzwinkernd äußerte er die Hoffnung, dass sich diese sprachliche Mode eines Tages wieder von selbst verlieren werde.

Standing Ovations und mehrere Zugaben

Gesangskunst, hervorragendes Instrumentalspiel und hochintelligente, feinsinnige und bisweilen skurrile Texte verbanden sich zu einem außergewöhnlichen Konzerterlebnis. Das begeisterte Publikum wollte den Künstler schließlich nicht gehen lassen. Langanhaltender Beifall und Standing Ovations bewegten Heinz Rudolf Kunze zu mehreren längeren Zugaben.

So endete ein intensiver Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie ein einzelner Künstler mit Klavier, Gitarre, Poesie, Humor und klarer Haltung einen ganzen Schlosshof fesseln kann.

 

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