MZ Export weltweit: Neue Sonderausstellung auf Schloss Augustusburg

Anhand von sieben Beispielen wird die Geschichte der Zschopauer Motorräder im Ausland erzählt

Augustusburg

Im Motorradmuseum von Schloss Augustusburg ist ab dem 1. Mai die neue Sonderausstellung zu bestaunen. „MZ Export: MZ-Motorräder in aller Welt“ lautet der Titel, dem insgesamt sieben ausgestellte Motorräder gewidmet sind. Eine in Asien einst beliebte MZ mit Rikscha als Seitenwagen ist ebenso dabei wie ein Armeemodell, das vom Irak in den 1980er-Jahren bestellt und genutzt wurde. Auch Exemplare, die den MZ-Verkauf in Südamerika und den USA ankurbeln sollten, sind zu sehen.

Ein weiteres spannendes Thema

„Mit dem Export haben wir uns wieder ein sehr spannendes Thema herausgesucht“, sagte Schloss-Mitarbeiterin Maria Schade bei der Präsentation der neuen Sonderausstellung in dieser Woche. Sich auf einen Aspekt zu konzentrieren, sei gar nicht so einfach, weil das riesige Depot des Museums zahlreiche interessante Maschinen zu bieten hat. Zuletzt waren aufgeschnittene MZ-Exemplare gezeigt worden, die genaue Einblicke in die Anatomie der Motorräder gewährten. Nun also geht es um die Nationen, in die die in Zschopau hergestellten Maschinen exportiert wurden. Insgesamt fand die einfache aber beliebte Technik in etwa 120 Ländern zumeist großen Anklang. Phasenweise gingen bis zu 75 Prozent der produzierten Motorräder in den Export.

Langjähriger Kundendienstleiter plaudert aus dem Nähkästchen

„Die wichtigsten Exportmärkte von MZ lagen im sozialistischen Wirtschaftsgebiet in Polen, Ungarn und Jugoslawien“, sagte bei der Präsentation einer, der es wissen muss. Schließlich fungierte Reiner Reuter über viele Jahre hinweg als MZ-Kundendienstleiter und kam als solcher rund um die Welt. Schließlich konnten die Motorräder aus Zschopau auch im nichtsozialistischen Ausland erfolgreich vertrieben werden. Und obwohl der Marienberger inzwischen 79 Jahre alt ist, kann er noch viele Geschichten darüber erzählen. Zum Beispiel von einem Raketeneinschlag, den der Krieg im Irak während einer MZ-Testfahrt in der Wüste mit sich brachte. Aber auch darauf, dass sogar die Bundeswehr der damaligen BRD Interesse zeigte, ist der Erzgebirger immer noch stolz. Geschichten wie diese werden in der neuen Sonderausstellung anhand der Beispiele anschaulich geschildert.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich