Nach Solarworld-Pleite: So geht es weiter

Start Silizium-Rekristallisation in Freiberg

nach-solarworld-pleite-so-geht-es-weiter
Thomas Richter, Anlagenfahrer bei Fresitec, kontrolliert den fertigen Siliziumblock. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Es war ein in mehrfacher Hinsicht wichtiger Moment, der am Dienstag dieser Woche im Freiberger Saxonia-Gewerbegebiet stattfand. Denn weder der Ort noch der Vorgang waren gewöhnlicher Natur. Der Ort ist die Produktionshalle der Fresitec Freiberger Recycling und Silicium Technologie GmbH, eines erst im November 2017 gegründeten Unternehmens, welches zur Loser Holding aus Zwickau gehört. Nach der Insolvenz der SolarWorld AG hatte sich SolarWorld Industries gegründet, ein Unternehmen, welches deutlich weniger Mitarbeiter beschäftigte als sein Vorgänger und auch weniger Produktionsstandorte benötigt.

Die Loser Holding erwarb nicht nur eine frühere Recycling-Halle der SolarWorld, sondern auch vier Kristallisationsöfen, welche allerdings zunächst noch im Gewerbegebiet Freiberg Ost bei Hilbersdorf installiert waren. Inzwischen sind sie in der Fresitec-Halle eingebaut und haben diese Woche sowohl ihren ersten Test bestanden als auch die Fertigung des ersten produktiven Siliziumblocks absolviert. "Dafür bekamen wir Sekundärsilizium von der Firma FST Freiberger Silizium- und Targetbearbeitung geliefert", erläutert Ingo Röver, technischer Geschäftsführer der Fresitec. "Im nun aufbereiteten Zustand geht der Block an den Kunden zurück."

Ein weiterer Schritt voran

Dieser fertigt daraus dann sogenannte Sputter Targets, aus denen dann andere Firmen beispielsweise Beschichtungen für Glas herstellen, um dieses stabiler oder kratzfester zu machen. Das Sekundärsilizium wurde bei Fresitec in einem mehrere Tage andauernden Prozess bei 1.450 Grad Celsius im Ofen aufbereitet und kommt dann im rekristallisierten Zustand heraus. Vor dem Ernstfall wurde zunächst ein Probeblock hergestellt. Alles lief dabei wie geplant ab, weshalb sich Ingo Röver und auch Ulrich Loser, Geschäftsführer der Loser Holding, sehr zufrieden mit dem Produkt zeigten.

600 Kilo wiegt der jetzt fertige Block. Neben der Rekristallisation findet bei Fresitec aber auch die klassische Siliziumaufbereitung statt. So wird Grundmaterial sowohl mechanisch als auch chemisch bearbeitet. "Die Rekristallisation in den Öfen ist nur ein Baustein unserer Arbeit", betont Röver. Und Ulrich Loser ergänzt: "Dies war heute der praktische Auftakt zur Produktion. Damit vervollkommnen wir den Reaktivierungsprozess, den wir im Unternehmen verfolgen." Man sei mit Fresitec einen weiteren Schritt voran gegangen.