Nach vielen Jahr schließt die Buchhandlung Blana für immer

Handel Noch mehr Leerstand in Passage

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Christina Bohlen (r.) und Andrea Markl vor immer leerer werdenden Regalen. Ende des Monats schließt die Buchhandlung Blana in Frankenberg für immer. Foto: Ulli Schubert

Frankenberg. Am 30. Januar wird sich die Tür zu Buchhandlung Blana in der Rathaus-Passage zum letzten Mal für die Kunden öffnen. Inhaberin Christina Bohlen ist es in den vergangenen zwei Jahren nicht gelungen, einen Nachfolger zu finden. "Letztlich ist es die Frage des Gewinns, die potentielle Interessenten abgeschreckt hat. Man muss da nicht drum herum reden, Selbstständigkeit muss sich auch lohnen", so die Buchhändlerin, die diesen Beruf weit über fünf Jahrzehnte ausübte.

1981 hatte sie die Buchhandlung Blana in der Bergstraße im damaligen Karl-Marx-Stadt von ihrem Vater übernommen, 1990 zog sie mit dem Buchladen nach Flöha um. Es war dies die beste Zeit für Bücher, erinnert sie sich. "Weil man plötzlich alles haben konnte, was man wollte." Es war übrigens auch eine Zeit, in der die Buchhändlerin mit Lesungen und anderen Veranstaltungen das kulturelle Leben in der Stadt beförderte. 2002 eröffnete Christina Bohlen die Filiale in Frankenberg, das Flöhaer Geschäft verkaufte sie 2010.

Zu unsicher ist das Buchgeschäft gerade in kleineren Städten mittlerweile geworden, auch, aber nicht nur wegen des Internethandels. Im Osten komme hinzu, dass weitaus mehr Taschenbücher als Hardcover über den Ladentisch gehen. Christina Bohlen kann das nachvollziehen angesichts des unterschiedlichen Preisniveaus bei den Büchern und des unterschiedlichen Einkommensniveaus zwischen Ost und West.

Zu Ende ist das Thema Buchhandlung für die mittlerweile 70-Jährige, die stets von ihrer Familie unterstützt wurde, noch nicht. Sie schätzt, dass es noch ein halbes Jahr dauern wird, bis sie die Schließung des Geschäfts komplett abgeschlossen hat. "Dann erst weiß ich, welches Gefühl bei mir überwiegen wird. Ich bin ja froh, dass es gesundheitlich überhaupt so lange ging." Auf alle Fälle wird sie dann mehr Zeit für die Familie haben, vor allem für die jüngsten Enkelkinder. Und auch lesen wird sie, Krimis und historische Romane, allein zum Ausspannen.

"Mir bleibt nur noch eines: Ein herzliches Dankeschön an meine Mitarbeiterinnen Christine Graf und Andrea Markl und an die Kunden, die den Service einer Buchhandlung zu schätzen wussten."