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Naschen direkt von der Wiese

Erlebnis Kräuterfrau erklärt Kindern die Natur

Langenstriegis. 

Die Müdigkeit, die den Mädchen und Jungen noch von der Exkursion in den Wald und dem Sammeln von Brennholz in den Knochen steckte, war bald wie weggeblasen. Wie die Bienen schwärmten sie aus, nachdem Angelika Künzel sie gebeten hatte, an Kräutern zu sammeln, was immer sie finden können. Bald war das Tischtuch im Gras reich gedeckt. Und auch die ersten Kostproben, direkt aus der Natur, wurden verspult. Giersch und Gänseblümchen zum Beispiel, und ganz verwegene Jungs aus der vierten Klasse der Grundschule Remse kauten gar Brennnesselblätter. Und als darauf deren Lippen brannten, wusste Angelika Künzel natürlich Rat. Der Saft des Spitzwegerichs linderte nahezu augenblicklich.

"Es ist unsere Abschlussfahrt. Ich war schon mal hier im Kinderbauergut in Langenstriegis, und weil alles gut klappte, sind wir wiedergekommen", erläuterte Lehrerin Müller. "Natürlich steht der Spaß im Vordergrund, aber ich verbinde damit auch einige Themen des Sachkundeunterrichts." Das war auch der Grund, weshalb Angelika Künzel mit den Kindern über die Wiese pirschte. Denn die Kräuterpädagogin aus Schönerstadt weiß natürlich über nahezu alles, was da so wächst, Bescheid. "Ich bin in diesem Jahr zum ersten Mal hier im Kinderbauerngut mit den Kindern unterwegs", so die Schönerstädterin, die neben anderen auch ein Projekt für Erzieher und Lehrer im Programm hat, damit diese dann Kräuterwissen vermitteln können.

Michael Lipkowsky übte derweil mit den Zweitklässlern aus der Grundschule Ottendorf alte Handarbeitstechniken wie das Seilern. Zwischen März und Oktober ist das Haus nahezu stets ausgebucht, berichtet der Geschäftsführer. Durchschnittlich 6000 Übernachtungen zählt das Kinderbauerngut inzwischen jährlich.