Neue Tagesbetreuung des Kretzschmarstifts in Freiberg

Anbau Offizielle Einweihung in der kommenden Woche

Freiberg. 

Freiberg. "Gott der Herr ist die Sonne, die uns Licht und Leben gibt." Dieser Psalm ist eingraviert in eine Platte, welche an die Eröffnung des neuen Kretzschmar-stifts des Diakonischen Werkes Freiberg an der Hainichener Straße im Jahr 1998 erinnert. Doch nicht nur hier allein wird dies künftig zu lesen sein, denn eine ähnliche Platte, ebenso versehen mit einem Symbol, bestehend aus unterschiedlichen Menschen unter einer Sonne und dem Christuskreuz, wird bald in einem weiteren Gebäude angebracht. Dabei handelt es sich um einen Anbau, der jetzt das dem Kretzschmarstift vorgelagerte Haus "Lichtblick" ergänzt.

Barrierefreie gGestaltung

Der Anbau wurde im Laufe des vergangenen Jahres geschaffen, Ende Dezember fertiggestellt und beherbergt von nun an die Tagesbetreuung des Stifts. In der kommenden Woche, genau am 23. Januar, findet eine offizielle Einweihung statt. Für seine Errichtung gab es durchaus gute Gründe. Denn im Kretzschmar-stift wohnen 60 Menschen, von denen die meisten in den benachbarten Werkstätten der Diakonie einer Arbeit nachgingen. "Doch die Bewohner werden älter", sagt Sandra Scheich, Leiterin der Wohnstätte. "Und inzwischen sind 32 von ihnen nicht mehr arbeitsfähig."

Schon 2012 machte man sich die ersten Gedanken darüber, welche Möglichkeiten man für diese Menschen schaffen kann, damit sie einen geregelten Tagesablauf und einen Ort haben, zu dem sie aus ihrer Wohnung heraus hingehen können. "Auch diese Menschen freuen sich, ihre Wohngruppe früh zu verlassen, zu singen, zu spielen, zu backen, zu töpfern, Zeit für Gespräche zu haben, Ausflüge zu erleben, in Gemeinschaft zu sein, die eine andere ist, als ihr Wohnumfeld", so Sandra Scheich. Die Lösungen, welche man fand, waren allesamt nicht wirklich befriedigend, vor allem, weil sie nicht barrierefrei gestaltet werden konnten.

Nun ist aber ein moderner Bereich entstanden mit drei Gruppenräumen, einer großen, hellen offenen Küche und verschiedenen Sanitärbereichen. Derzeit gibt es noch letzte Arbeiten, die jedoch bald abgeschlossen sind. "Das ist ein Meilenstein", ist sich die Wohnstättenleiterin sicher. Dieses tägliche Verlassen des Wohnbereichs, ähnlich dem regelmäßigen Gang zur Arbeit, leiste außerdem einen Beitrag zum Selbstwertgefühl der Menschen. Man schaffe Rituale, die der Tagesstrukturierung von intensiver behinderten Menschen dienen. Die Angebote im neuen Anbau richten sich an 24 Bewohner, welche vor allem auf Gehhilfen wie Rollatoren oder Rollstühle angewiesen sind. Über flache Wege erreichen sie die Tagesbetreuung so bequem wie möglich.

Die im Wohnhaus bleibenden anderen acht zu Betreuenden sind allesamt noch selbst mobil und nutzen das ausgebaute Dachgeschoss.



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