Neuer Radweg bringt Berthelsdorf dem Erzengler Teich näher

Am historischen Hohbirker Kunstgraben war der neue Radweg besonders heikel. Nasser Hanglehm, Denkmalschutz und sogar umgesiedelte Ameisennester verzögerten den Bau.

Berthelsdorf/E

Ein weiterer Abschnitt für mehr Radwegkomfort in der Region ist geschafft. Am Vormittag wurde entlang der Kreisstraße 7733 im Weißenborner Ortsteil Berthelsdorf ein neuer Radweg offiziell für den Verkehr freigegeben.

Im Beisein der Bauleute der Walter Straßenbau KG, Niederlassung Striegistal, sowie weiterer Repräsentanten aus der Region durchschnitten Landrat Sven Krüger und Weißenborns Bürgermeister Udo Eckert das Band.

850 Meter neue Verbindung

Der neue Abschnitt ist 850 Meter lang und schafft eine wichtige Verknüpfung an das bestehende Radwegenetz aus Richtung Brand-Erbisdorf und Zug bis hin zum Netz um den Erzengler Teich.

Damit wächst die Fahrradverbindung in Richtung des beliebten Naherholungsgebietes weiter zusammen. Der Weg besteht aus Asphalt und gepflasterten Abschnitten und erweitert die Radwegvielfalt in der Region auf praktische und zugleich landschaftlich reizvolle Weise.

Bauen mit Rücksicht auf Geschichte und Natur

Besonders sensibel war die Lage des neuen Weges am historischen Hohbirker Kunstgraben. Dieser dient der Rohwasserversorgung und gehört zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge. Zum Schutz der denkmalgeschützten Trockenmauer wurde ein lastfreier Sicherheitsstreifen von mindestens drei Metern für schwere Baufahrzeuge eingehalten.

Auch der Baugrund stellte die Fachleute vor Herausforderungen, denn nasser Hanglehm bot keine einfache Grundlage für die Tragfähigkeit. Planer und Gutachter fanden gemeinsam eine Lösung durch die Verstärkung des Oberbaus. Eine weitere Verzögerung entstand durch geschützte Ameisen, deren Nester durch einen Ameisenheger behutsam umgesiedelt wurden.

Sechs Bauleute und viel Einsatz

Polier Torsten Pietsch war vom 1. April bis Ende Juni mit sechs Baukollegen vor Ort im Einsatz. Auch Straßenmeister Ronny Molzow begleitete die Freigabe. Die Kosten liegen derzeit bei etwa 433.000 Euro, eine Schlussrechnung steht noch aus. Möglich wurde das Vorhaben durch eine Vereinbarung zwischen Landkreis Mittelsachsen und Gemeinde Weißenborn. Die Kommune übernimmt die notwendigen Eigenanteile, der Großteil wird über den Freistaat gefördert.

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