Neuerscheinung gibt Einblicke in jüdische Schicksale

Buchveröffentlichung Autor Jürgen Nitsche recherchierte über einen langen Zeitraum

neuerscheinung-gibt-einblicke-in-juedische-schicksale
Mehrere Leute bekamen ein Buch zum Dank für ihre Mitarbeit. Zeitzeugin Elfrieda Jahn konnte viele Auskünfte über Alexander Kosterlitz an Jürgen Nitsche (l.) weiter geben. Foto: Andrea Funke

Mittweida. Der diesjährige Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus war der würdige Anlass für die Stadt Mittweida das druckfrische Buch "Juden in Mittweida - Eine Spurensuche" in der Aula des Gymnasiums der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Bedeutsames Zeitdokument

Der Buchautor und Historiker Dr. Jürgen Nitsche gibt im sechsten Buch der Schriftenreihe des Stadtarchivs und Stadtmuseums auf 608 Seiten reich bebildert, ergreifende Einblicke in das Leben der Juden, die in Mittweida und Umgebung in der Zeit von 1870 bis 1987 lebten und arbeiteten. Oberbürgermeister Ralf Schreiber sagt dazu: "Viele der Episoden sind beeindruckend und bewegend. Jürgen Nitsche hat die Geschichten sehr akribisch erarbeitet und somit für die Nachwelt ein bedeutsames Zeitdokument geschaffen.

Ausdrücklichen Dank an den Autor für seine jahrelange intensive Recherche über jüdische Menschen, die in unserer Stadt integriert und ein wertvoller Teil der Gemeinschaft waren". Jürgen Nitsche stellte an Hand einer Präsentation die einzelnen Kapitel des Buches den zirka 100 Besuchern aus Nah und Fern vorn.

Dabei berichtet er beispielsweise über die ersten jüdischen Studenten. "Ich habe mit Absicht eher sieben unbekannte Juden ausgewählt die am Technikum studierten", erklärt der 59- jährige Buchautor, der sich seit 2004 mit dem Recherchen dafür beschäftigte.

Buch in der Stadtinformation erhältlich

Dazu gehörten unzählige Gespräche mit Nachkommen, Zeitzeugen und Nachforschungen an der Hochschule und weiteren Institutionen. "Bei meinen Recherchen hat auch oft der Zufall eine Rolle gespielt und ich bin allen Nachkommen sehr dankbar, die es erlaubten über ihre privaten Familiengeschichten zu schreiben", erklärt Jürgen Nitsche, der sich vorstellen kann über weitere jüdische Bewohner in der Umgebung beispielsweise aus Frankenberg, Hainichen oder Penig zu schreiben.

Dafür bedarf es allerdings der Unterstützung aus den Städten, aus Hainichen kam bereits ein positives Signal. Das Buch wurde in einer Auflage von 750 Stück gedruckt, es ist ab sofort in der Stadtinformation erhältlich.