Neues Berggeschrey im Erzgebirge

Vortrag Bergbau in der Region entwickelt sich

Freiberg. 

Freiberg. Als Sächsischer Oberberghauptmann erlebt Professor Bernhard Cramer seit nunmehr sieben Jahren die Entwicklung des Bergbaus im Freistaat direkt mit. Dieser nimmt seit dem Jahr 2000 einen rasanten Aufstieg, wie Cramer in einem Vortrag vor rund 60 interessierten Zuhörern in der vergangenen Woche ausführte. Er legte die Entwicklung der vergangenen Jahre ebenso dar wie den gegenwärtigen Stand. Aktuell seien 61 Genehmigungen seit 2005 zur Erkundung von Erzlagerstätten erteilt worden, fünf davon im Jahr 2018.

Bedarf an Rohstoffen steigt

Cramer trat dem Eindruck entgegen, dass es sich in der Mehrzahl um viel zu große Unternehmungen für einen zu kleinen Ertrag handele. Eher das Gegenteil sei der Fall. "Es handelt sich um mittelgroße Projekte mit hohen Gehalten", so der Oberberghauptmann. In Zinnwald, Pöhla, Niederschlag oder Breitenbrunn, um nur einige Beispiele zu nennen, werde vor allem deswegen erkundet, weil der Bedarf an Rohstoffen wie Indium, Zinn oder Lithium weltweit sehr hoch geworden sei, allein schon durch die Verbreitung von Smartphones, welche diese Bestandteile dringend benötigen. "Handys sind mittlerweile eine Standardtechnologie", so Cramer.

Durch jede neue Technik, die sich durchsetze wachse der Bedarf an den dafür notwendigen Rohstoffen. Damit einher gehe die Bedeutung auch des sächsischen Bergbaus. "Das Erzgebirge ist eine sehr vielseitige Großlagerstätte", betonte Bernhard Cramer. Bis jetzt kenne man nur, was in nicht allzu großer Tiefe gefördert wurde. Die Vorkommen in tieferen Schichten dürften enorm sein. Derzeit werde eine Bundesrohstoffstrategie vorbereitet, von der man sich in Sachsen erhoffe, dass darin das Wort "Bergbau" explizit vorkomme, schon allein, um die Wertigkeit dieses Zweiges herauszustellen.