Neues Wahrzeichen enthüllt

Tourismus Stadtwächter soll Touristen in die Innenstadt locken

Seit Sonntag ist die Stadt um ein Wahrzeichen reicher. Je nach Auslegung droht oder winkt der Stadtwächter mit seiner Hellebarde. Er steht an der Langen Straße in der Innenstadt, soll Touristen anlocken und ihnen den einen oder anderen Silberling aus der Tasche ziehen. Denn wer eine Münze in den Schlitz steckt, wird mit einem freundlichen Spruch bedacht - oder auch nicht, wenn es zu wenig war. Erdacht hat sich die Worte Sylva-Michèle Sternkopf, gesprochen werden sie von Stephen Nobis. Der Chemnitzer hatte dem Stadtwächter auch zur Einweihung seine Stimme geliehen. Vier Jahre hat es gedauert, bis der mit sieben Mitgliedern zahlenmäßig kleine, aber agile Verein Augustusburger Adventskalender die Idee umgesetzt hatte, die nicht nur viel Zeit, sondern mit gut 5000 Euro auch allerhand Geld gekostet hat. "Wir waren auf Spenden genauso angewiesen, wie auf sonstige Unterstützung", betont Vereinsvorsitzender Matthias Moser. Vielen Helfern wurde am Sonntag gedankt, wie etwa Gundolf Berger, einer der Geschäftsführer der Firma Erzgebirgischen Holzkunst Gahlenz, wo der Stadtwächter das Licht der Welt erblickte. Oder Steffen Rein, von dem Matthias Moser schon im vergangenen Jahr sagte: "Nur durch seinen Pioniergeist und Ideenreichtum war die Umsetzung überhaupt möglich."

Die Figur selbst gibt es bereits seit 1976, als von Johannes Martin in Kleinhartmannsdorf als zehn Zentimeter kleines Souvenir entwickelt wurde. "Ich freue mich natürlich sehr, dass er nun hier über vier Meter groß steht." Ganz aus dem Blick geraten war die Figur über die Jahre übrigens nicht. Auch das von Knut Barthel entwickelte Maskottchen für den Augustusburger Männelmarkt hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Martins Figur.