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Nicht nur den Freiberger Händlern steht das Wasser bis zum Hals

Protest Aktion in Freibergs Innenstadt wird fortgesetzt

Freiberg. 

Freiberg. Zu behaupten, dass den Einzelhändlern, die seit Mitte Dezember ihre Geschäfte nicht mehr für die Kundschaft öffnen dürfen, das Wasser bis zum Hals steht, wäre wahrscheinlich sogar eine Untertreibung. Der eine oder andere lässt mittlerweile erkennen, dass der Pegel längst deutlich höher gestiegen ist. "Wir wissen nicht mehr, wie es weitergehen soll", gesteht beispielsweise Franziska Flack, gemeinsam mit ihrem Bruder Camillo Scholz Inhaberin des traditionsreichen Geschäftes "Lederwaren May" an der Burgstraße, welches seit mehr als hundert Jahren nicht nur Freibergern ein guter Begriff ist. Ändere sich nicht schnellstens etwas, so Flack, werde diese Geschichte wohl bald ein Ende haben. Man habe bereits Kredite aufnehmen müssen, die nun aufgebraucht seien. Ein weiterer müsse wohl in Betracht gezogen werden. Von was man all das Geld wieder zurückzahlen werde, wisse man derzeit noch nicht. Silke Lippmann, Inhaberin des Modegeschäftes "Lieblingsstücke" verwies darauf, dass es nicht immer nur darum ginge, Waren zu verkaufen. "Vielen Kunden fehlt die soziale Komponente", erzählt sie. "Dass man sich trifft, miteinander redet."

"Wir machen auf...merksam"

All dies und noch mehr berichteten die Händler am Montag auch der mittelsächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann, die auf Einladung von Anke Krause, Vorsitzende des Freiberger Gewerbevereins, zur dritten Protestaktion der Händler nach Freiberg gekommen war. Unter dem Motto "Wir machen auf...merksam!" protestierten die Gewerbetreibenden vor ihren Geschäften, zeigten die Gefahr, in welcher die Innenstädte schweben, sollte der Handel aus ihnen verschwinden müssen. "Ein großes Problem ist, dass noch nicht klar ist, wann und wie wir Hilfen beantragen können", erklärt Anke Krause. "Denn die dafür notwendigen Formulare sind noch nicht da." Ein unhaltbarer Zustand, findet auch Veronika Bellmann, die bereits in den letzten Monaten ihr Möglichstes getan hat, um zur Vereinfachung der Verfahren beizutragen. Ihrem Gang durch die Altstadt hatten sich mit der Stadträtin Jana Pinka (Die Linke) und dem Landtagsabgeordneten Rolf Weigand (AfD) weitere Politiker angeschlossen. Auch Oberbürgermeister Sven Krüger war es, wie in der vergangenen Woche schon, ein Anliegen, ins direkte Gespräch mit den Händlern zu kommen. Angesprochen darauf, warum die Stadt nun ausgerechnet jetzt die Gewerbesteuerbescheide verschickt habe, erklärte er, dass man nur die Möglichkeit hatte, alle zu versenden. "Wir sind aber problemlos bereit, hier auch Aufschub zu gewähren", sagte er. "Ein Anruf oder eine E-Mail genügt." Ihm gehe es darum, die Innenstadt auch künftig lebendig und attraktiv zu halten. Dafür wolle man alles, was in der Macht der Stadtverwaltung stehe, tun.



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