Nur noch die Jusos können helfen

Aschermittwoch Freiberger Union geht mit GroKo-Plänen ins Gericht

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Holger Reuter während seiner Rede zum politischen Aschermittwoch der Freiberger CDU. Foto. Wieland Josch

Freiberg. Veranstaltungen zum politischen Aschermittwoch sind nicht für filigrane Wortspielchen bekannt. Hier heißt es: Klare Worte, klare Aussagen. Und so versuchte keiner der Redner zur 9. Auflage der Freiberger CDU im Hotel Kreller, lang um den heißen Brei herumzureden.

GroKo - keine schöne Vorstellung

Schon Holger Reuter, Vorsitzender des Stadtverbandes, brachte sofort die Themen des Abends ungeschönt auf den Tisch: Das Wahldilemma der eigenen und der anderen Parteien, Asylproblematik, Europapolitik und natürlich die womöglich anstehende erneute Große Koalition. Schon der Gedanke daran scheint für die Freiberger Basis der Union unerträglich zu sein. Zwar stehen sie mit ihrem Unbehagen nicht allein, doch um es abzuwenden brauchen sie die Hilfe von außen.

Reuter ist für Minderheitsregierung

Ausgerechnet auf die Jusos müsse man sich dabei verlassen, wurde ironisch geklagt, um dann auch den Sozialdemokraten ordentlich eine mitzugeben. Doch blieb man paritätisch, denn vor allem an der eigenen Parteiführung fand man genug zu kritisieren. Angela Merkels Sozialdemokratisierung der CDU wurde immer wieder angegriffen. Statt nun schon wieder den Machterhalt mittels GroKo zu bekommen, schlug Holger Reuter eine Minderheitsregierung vor, die sich ihre Mehrheiten durchaus auch bei der AfD besorgen könne.

Positiv bewerteten alle den Antrag auf Zuzugsstopp für Asylbewerber. "Wir sind das gallische Dorf der Bundesrepublik, welches gegen die verfehlte Asylpolitik aufbegehrt", überspitzte Reuter bewusst. Ein weiterer Redner war der frühere Oberbürgermeister Konrad Heinze, der sich Heines "Nachtgedanken" als Leitstern nahm und sich ebenfalls im Grübeln um Deutschland um den Schlaf bringen ließ. Die Freiberger Basis war zwar noch nie ein Herz und eine Seele mit Angela Merkel, doch das Grummeln wird lauter, nicht nur in der Silberstadt.