Oederan gedenkt den NS-Opfern

Gedenktag Bürger versammeln sich auf dem Friedhof

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Gedenken an den Gräbern dreier Jüdinnen auf dem Friedhof in Oederan. Foto: Ulli Schubert

Oederan. Wie in vielen Kommunen wurde am Sonntag auch in Oederan der Opfer des Nationalsozialismus' gedacht. Gut 20 Bürger versammelten sich auf dem Friedhof an den Gräbern der drei in einem Außenlager des KZ Flossenbürg ermordeten Jüdinnen.

Bürgermeister Steffen Schneider unterstrich die Bedeutung einer neuen Erinnerungskultur angesichts dessen, dass kaum noch Zeitzeugen aus eigenem Erleben von den Gräueln der Nazis mit Millionen von Opfern berichten können. Wenn Tatsachen wie der Holocaust jedoch verschwiegen oder gar geleugnet würden, müsse man sich damit auseinandersetzen.

In diesem Zusammenhang begrüßte er die angekündigte Überprüfung von Teilen der AfD und ihrer Jugendorganisation durch den Verfassungsschutz. Roswitha Plache schlug in ihrer Ansprache den Bogen von den ersten Maßregelungen der Juden gleich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 bis zum Massenmord an ihnen wie auch an den Sinti und Roma.

Die Vorsitzende der Fraktion der Linken im Stadtrat machte mit ihren Ausführungen zum Euthanasieprogramm, mit dem die Nationalsozialisten "unwertes Leben" bei den eigenen Landsleuten ausmerzen wollte, deutlich, dass der staatliche Gedenktag am 27. Januar allen Opfern des Nationalsozialismus gilt. Umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung mit Rezitationen von Alica und Johanna, zwei Schülerinnen der zehnten Klasse der Oberschule Oederan.