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Ottendorf: Pyramide wird seit 1975 in Ehren gehalten

Engagement Martina Fürst unterstützt den Schulchor

Lichtenau/OT Ottendorf. 

Seit 1975 dreht sich die Pyramide aus dem Erzgebirge jedes Jahr zum Weihnachtsfest. "Das ist Tradition und ich kenn es so von klein auf", berichtet Martina Fürst, die aus Schwarzenberg stammt und seit einigen Jahren in Ottendorf lebt. Ihre Mutter Liselotte Priemer hatte damals sechs Jahre auf das gute Stück gewartet, welches ein Handwerker aus Geyer anfertigte. Kundschaft aus dem "Westen" wurde bevorzugt bedient. "Sie hat das Geld mühsam zusammengespart und das war nicht einfach mit fünf Kindern. Ich war immer sehr begeistert von dieser meisterhaften Arbeit", erinnert sich die 62-Jährige. Vor 20 Jahren bekam sie die Pyramide geschenkt, da der Aufbau des schweren Korpus für ihre Mutter zu anstrengend wurde.

Figuren wurden jedes Jahr aufgestockt

Aber jedes Jahr zum Aufbau war die Mama bis zu ihrem Ableben mit dabei um die Figuren auf die verschiedenen Ebenen zu setzen. Die hatte sie extra gekauft und auch die Weihnachtsengel wurden jedes Jahr mehr. In der untersten Etage ist die Szene aus dem Stall nachgestellt wie die drei heiligen Könige ihre Gaben zu Maria an die Wiege bringen. Eine Ebene höher ziehen die drei Könige auf Kamelen daher und ganz oben sieht man wie Maria und Josef auf der Flucht sind. Die Säulen der 1,30 Meter hohen Pyramide sind aus Kiefernholz gedrechselt und die Schnitzereien wurden aus Birke gefertigt.

An die Unterseite der Flügel hat die Mutter goldene Sterne geklebt, damit es wie ein Sternenhimmel aussieht. Schon damals wurde die Pyramide mit elektrischen Lichtern versehen. Martina Fürst hält sich an die erzgebirgischen Traditionen und beginnt erst nach dem Totensonntag mit dem Aufbau der Weihnachtssachen. Das dauert meist eine Woche und sie bevorzugt dabei die Farben Rot kombiniert mit Gold oder Silber. Egal welche "Modefarbe" gerade vorgegeben wird.

Lebendiger Adventskalender kann erst im nächsten Jahr wieder an den Start gehen

2017 rief sie in den Lichtenauer Ortsteil den "Lebendigen Adventskalender" ins Leben. Dazu gehörte beispielsweise das gemeinsame Tannenbaum schmücken in der Ottendorfer Amtsstube mit musikalischer Umrahmung des Schulchors aus der Grundschule. Leider fallen in diesem Jahr all diese Veranstaltungen bedingt durch die Corona Pandemie aus. "Den Erlös aus den Veranstaltungen habe ich an den Förderverein der Grundschule und den Schulchor verteilt. Da aus der 4. Auflage nichts wird, habe ich den Schulchor trotzdem finanziell etwas unterstützt. Ganz besonders habe ich mich über den lieben Dank der Schüler, den ich per WhatsApp erhalte habe, gefreut", berichtet Martina Fürst.

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