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Ottendorferinnen haben die Töpferei als Hobby entdeckt

Freizeit Mutter und Tochter haben viele kreative Ideen, die in Ton umgesetzt werden

Lichtenau/OT Ottendorf. 

Es liegt nun schon über fünf Jahre zurück als Yvonne Kreißig mit ihrer Mutter Iris Ihl zusammen die Idee hatten, einmal etwas mit Ton zu gestalten. Also versorgten sich die beiden Frauen etwas Material, ließen ihrer Fantasie freien Lauf und brachten ihre Kreationen zum Brennen in eine Töpferei. Das machten sie noch zwei, drei Mal. Dann stellten sie fest, dass das viel zu umständlich ist und genauso teuer, als wenn sie Töpferwaren kaufen. Also suchte Vater Roland Ihl im Internet nach einem gebrauchten Brennofen und bestellte ihn sogleich. Der fand in der Garage seinen Platz. "Mein ehemaliges Kinderzimmer bei meinen Eltern, die bei mir in der Nähe wohnen, wurde umfunktioniert zu einem Hobbyraum. Dort begannen wir mit der hobbymäßigen Töpferei und formten mit den Händen was uns gerade einfiel. Mit einer Drehscheibe hatten wir keinen Erfolg", berichtet Yvonne Kreißig, die als Pflegedienstleiterin bei der K&S Seniorenresidenz Chemnitz arbeitet.

Lernprozess trägt kontinuierlich Früchte

Es folgte ein ständiger Lernprozess der beiden kreativen Frauen, die sich auch im Internet Anregungen holten und aus Büchern Wissen schöpften. Im Juli beginnen sie bereits mit weihnachtlichen Artikeln, dabei entstehen nur Unikate. Kein Teil ist wie das andere, das betrifft die Form und Gestaltung sowie die Farbe. "Manches entwickeln wir von Vorlagen, manchmal bringen Interessenten auch Vorschläge mit aber vieles entsteht während der Gestaltung", erklärt Yvonne Kreißig, deren Mann für Halterungen und Stangen für Gartenkugeln zuständig ist. Roland Ihl übernimmt die Elektrik, wenn Beleuchtung erforderlich ist. So auch beim Lieblingsstück der Tochter, die eine 50 Zentimeter hohe "Lampe" getöpfert hat. Auf dem eckigen Unterbau mit Löchern, der wie eine Burgmauer wirkt, stehen oben 16 verschieden schlanke, breite und schiefe Häuser in Naturfarbe. Das Licht von unten strahlt durch alle Fenster und Türen. "Die Lampe hat einen Stammplatz im Wohnzimmer, die gebe ich nicht her", sagt Yvonne Kreißig. Sie findet es sehr schön mit dem Ton zu arbeiten und immer wieder spannend wie sie mit ihren Fingern etwas gestalten kann.

Töpferinnen geben auch gern einen Einblick

"Mit wenigen Mitteln kann man manchmal so viel bewirken. Das wird gerade bei Gesichtern sichtbar. Zieht man die Mundwinkel nach unten, schaut der Schneemann traurig und anders herum blickt er schelmisch und lacht", erklärt sie. Das Töpfern erfordert Zeit, denn nach dem Formen, kommen die Rohlinge in den Brennofen. Dabei werden immer mehrere Teile gesammelt damit eine Ladung voll wird, denn ein Brennvorgang dauert bei 1250 Grad acht bis neun Stunden und nochmal solange, bis der Ofen wieder abgekühlt ist. Spannend ist jedes Mal danach das Ergebnis zu betrachten, traurige Gesichter gibt es, wenn etwas gerissen ist. Den Ton beziehen die beiden Frauen über das Internet. Allerdings müssen sie sich vor der Frostperiode bevorraten, denn bei Kälte wird nichts mehr mit der Post geliefert. Wer sich die Töpferkunst der beiden Frauen einmal anschauen möchte, kann sich telefonisch unter 037208 /85615 melden.

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