Paten helfen über die Klippen der Sprache

Vorgestellt Freiberger unterstützen ausländische Studenten

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Man hilft sich gegenseitig: Carmen Friederici, Andreas Trillhose, Anna Kowalska, Manuela Junghans und Andreas Oppelt vom Lichtpunkt (v.l.). Foto: Wieland Josch

Freiberg. Anna Kowalska kommt aus Polen. Sie studiert im dritten Semester Werkstofftechnik und Werkstoffwissenschaft an der TU Bergakademie Freiberg. Sie versteht und spricht die deutsche Sprache sehr gut, doch wenn es darum geht, eine wissenschaftliche Arbeit auf Deutsch zu verfassen, dann ist das nicht so einfach.

Sprache ist Brücke - Ehrenamtliche helfen bei wissenschaftlichen Arbeiten

Seit 2010 gibt es in Freiberg das Projekt "Sprache ist Brücke". Ausgangspunkt war dafür das Sprachtutorenprogramm, bei dem Einwohner der Stadt oder aus der Umgebung ehrenamtlich dabei helfen, solche Probleme zu beheben. Getragen wird das Projekt gemeinsam vom Verein "Lichtpunkt", dem Internationalen Universitätszentrum und dem Arbeitskreis Ausländische Studierende der TU Bergakademie.

Carmen Friederici und Andreas Trillhose haben selbst in ihrem Berufsleben an der Ressourcenuniversität gearbeitet. Jetzt helfen sie den Studenten auf andere Art und Weise weiter. "Es ist eine dankbare Aufgabe", so Carmen Friederici, die seit fünf Jahren als Sprachpate aktiv ist. Im Gegensatz zu den Tutoren ist die Aufgabe der Paten, vor allem im regelmäßigen Gespräch die vorhandenen Deutschkenntnisse zu trainieren, aber auch, den Studenten bei den zunächst schwierigen Dingen des Alltags in einer fremden Stadt behilflich zu sein, etwa bei Behördengängen oder beim Einkaufen.

Einmal im Monat treffen sich die 45 Paten und Tutoren in Freiberg

Das Sprachpatenprogramm entstand 2011 aufgrund einer entsprechend großen Nachfrage. "Es ist sehr gut, dass es sowohl Paten als auch Tutoren gibt", sagt Anna Kowalska. "Die regelmäßigen Treffen bringen gut voran, aber sie helfen auch auf der sozialen Ebene." Andreas Trillhose sieht in dem Programm eine notwendige Fortführung. "Die Studenten lernen in ihrem Heimatland die deutsche Sprache nur zu einem Teil", sagt er. "Doch für wissenschaftliches Arbeiten reicht das nicht." Aber genau deswegen kommen die jungen Menschen ja nach Freiberg.

"Einmal im Monat treffen sich die Paten und Tutoren", berichtet Manuela Junghans vom Internationalen Universitätszentrum. "Dabei erzählen sie von eventuellen Problemen, die man klären muss, aber es werden auch gemeinsame Feste oder andere Unternehmungen vorbereitet." Derzeit sind etwa 45 Tutoren und Paten in Freiberg aktiv. Wer sich auf diesem Gebiet ebenfalls ehrenamtlich engagieren möchte, der ist eingeladen, sich beim Verein Lichtpunkt zu melden.