Peniger Chor auf historischer Spur

Konzert Nachfahren der Peniger Schriftstellerin kümmern sich um ihren schöpferischen Nachlass

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Der gemischte Chor Penig sang während des Konzertes Lieder von Hanna Maria Drack zum ersten Mal. Dafür hatte er acht Wochen geprobt. Foto: Andrea Funke

Penig. Zum Auftakt der deutsch-österreichischen Nachmittagsmelange mit Dichtung und Musik am Samstag brachte der gemischte Chor Penig das Lied "Es rauscht im Hain der alte Lindenbaum" zur Uraufführung. Den Text sowie die Musik verfasste Hanna Maria Drack, eine in Penig geborene Künstlerin. Ihre Tochter Karola Drack wollte mit dieser Veranstaltung im Heimatort ihrer Mutter an sie erinnern und gab viele Einblicke in ihr schöpferisches Leben.

Ebenfalls zum Konzert war ihre Nichte Anja Drack aus Graz angereist, um einige Lieder ihrer Oma zu singen. Über 80 Besucher verfolgten im Ratssaal den unterhaltsamen Nachmittag. Vor drei Jahren begann Karola Drack den schöpferischen Nachlass ihrer Mutter, Dichterin und Schriftstellerin Hanna Maria Drack, die in Penig als Marie Elisabeth Johanna Börner 1913 geboren wurde, zu sichten und entdeckte dabei zahlreiche unveröffentlichte Werke und Niederschriften.

Bereits während ihrer Schulzeit verfasste die wortgewandte Börner Hannel, wie sie oft genannt wurde Verse und Gedichte. Aber nicht nur dieses Talent war ihr in die Wiege gelegt, auch hatte sie ein Faible für Fremdsprachen. In französischer und englischer Sprache korrespondierte sie mit Brieffreunden in der ganzen Welt. Hanna arbeitete in der Maschinenfabrik Penig als rechte Hand der Geschäftsleitung sowie Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch, Französisch und Italienisch. Ihr Aufgabenbereich umfasste auch das Verfassen von Schriftstücken für Presse, Printmedien, Reden oder Feierlichkeiten. Je nach Bedarf wählte sie dafür Gebrauchsprosa, Prosa oder Lyrik.

1941 heiratete sie den österreichischen Diplomingenieur Max Drack und übersiedelte zu dessen Familie nach Scharnstein in Oberösterreich. Sie brachte drei Jungen und eine Tochter zur Welt. "Ich könnte hundert Abende mühelos füllen mit den verschiedensten künstlerischen Arbeiten meiner Mutter. Vieles konnte ich jedoch noch nicht entschlüsseln, denn sie brachte es in Steno teilweise in englischer Sprache zu Papier", stellt Karola Drack fest, die den Nachlass in einer Uni aufarbeiten lassen möchte.