Perltaschen stehen im Fokus

Historie Weihnachtsausstellung im Mittweidaer Stadtmuseum

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Ausstellungseröffnung am 1. Advent im Stadtmuseum Mittweida. Foto: Uwe Schönberner

Mittweida. Eine ganz besondere Ausstellung wird in diesem Jahr über die Weihnachtszeit im Mittweidaer Museum "Alte Pfarrhäuser" gezeigt: Ihr Titel lautet "Perle für Perle - erzgebirgische und schwäbische Perltaschen". "Damit wird eine Lücke in den Themen unserer bisherigen Ausstellungen geschlossen", sagte dazu Museumsleiterin Sibylle Karsch. Protagonisten dieser einzigartigen Schau sind die beiden passionierten Sammlerinnen Sabina B. Schürenberg aus Tübingen in Schwaben und Dr. Bettina Levin aus dem erzgebirgischen Sehmatal-Sehma.

Perltaschen in aller Munde

Die Sonderschau, die wieder auf dem Dachboden des Museums präsentiert wird, zeigt anschaulich, welch hohen Stellenwert das Herstellen von Perlentaschen insbesondere im Zeitraum von 1890 bis 1930 hatte. "Besonders in den 1920er Jahren waren die in Göppingen hergestellten handgestrickten Perltaschen und -beutel weltbekannt", sagte Expertin Sabina B. Schürenberg. Die heute in Tübingen Wohnende hat übrigens ihre Wurzeln in Mittweida, denn ihre Vorfahren waren die Rochsburg, die das Rochsche Haus - heute Kapellengasse 8 - in Mittweida besessen haben. Dadurch ist Patricia Otto aus dem Museums-Förderverein überhaupt erst auf die Sammlerin aufmerksam geworden.

Aber auch das Erzgebirge war damals besonders in der Posamenten-(schmückende Geflechte) Herstellung führend in der Welt, hat Dr. Bettina Levin, die auf diesem Gebiet umfangreiches Fachwissen besitzt, recherchiert. Die Perltaschen aus dem Erzgebirge hatten vor allem in den USA, Großbritannien und Australien in den modebewussten Damen in den USA, Großbritannien und Australien ihre Käuferinnen. Mit der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre war das Interesse für Perltaschen aber dann sowohl in Übersee als auch in Europa schlagartig vorbei. Für die gelungene musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte das Mittweidaer Vocal-Ensemble "Cantemus" unter Leitung von Dr. Wolfgang Schwabenicky. Gezeigt wird diese Ausstellung bis zum 3. Februar 2019.