Pflegebranche in Mittelsachsen sucht dringend Nachwuchs

Zum Internationalen Tag der Pflege wird deutlich, wie wichtig qualifiziertes Personal für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und die häusliche Versorgung ist.

Freiberg

Das Thema Pflege kann plötzlich und unerwartet Teil des eigenen Lebens werden. In einer Gesellschaft, in der die Menschen immer älter werden, steigt auch der Bedarf an Unterstützung und professioneller Versorgung. Pflegekräfte übernehmen dabei eine zentrale Rolle: Sie kümmern sich in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und im häuslichen Umfeld täglich um Menschen, die Hilfe benötigen.

Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege am 12. Mai wird deshalb auf die Bedeutung der Pflegeberufe aufmerksam gemacht. Gleichzeitig zeigt sich: Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften ist weiterhin hoch – auch in Mittelsachsen.

Pflegebranche zählt zu den Zukunftsbranchen

„Der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal ist auch im Landkreis Mittelsachsen hoch. Der demografische Wandel zeigt uns, wie wichtig diese Berufe sind“, erklärt Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg.

Vor allem junge Menschen sollten die Pflegebranche bei ihrer Berufswahl stärker in den Blick nehmen. Denn der Bedarf an Pflegepersonal in der Kranken- und Altenpflege ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Die Agentur für Arbeit Freiberg unterstützt dabei sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte und Arbeitsuchende mit verschiedenen Weiterbildungs- und Fördermöglichkeiten.

So können Pflegehelfer beispielsweise im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses zur Pflegefachkraft weitergebildet werden. Auch Arbeitsuchende erhalten Unterstützung bei Umschulungen und Weiterbildungen im Pflegebereich.

Frauen stellen den größten Anteil der Beschäftigten

Im Jahr 2025 arbeiteten in Mittelsachsen insgesamt 6.944 Pflegekräfte in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Das sind 306 Beschäftigte mehr als im Vorjahr und 421 mehr als noch 2021.

Der größte Teil der Beschäftigten ist weiblich: 5.979 Frauen arbeiten im Pflegebereich, was einem Anteil von 86 Prozent entspricht. Von ihnen sind 32 Prozent in Vollzeit und 68 Prozent in Teilzeit tätig.

Bei den Männern sind 965 Beschäftigte in Pflegeberufen tätig. Davon arbeiten 476 in Vollzeit und 489 in Teilzeit.

Zahlreiche Stellen bleiben unbesetzt

Der Fachkräftemangel bleibt dennoch eine große Herausforderung. Aktuell sind 161 Arbeitsstellen im Pflegebereich zu besetzen. Gleichzeitig stehen 165 Arbeitslose zur Verfügung. Die durchschnittliche Vakanzzeit liegt bei 142 Tagen – ein deutliches Zeichen für den anhaltenden Engpass.

Medizinische Einrichtungen in Mittelsachsen und ganz Deutschland leiden bereits seit Jahren unter einem Mangel an Pflegefachkräften. Pflegeberufe zählen weiterhin zu den Berufsgruppen mit den größten Fachkräfteengpässen.

Weiterbildung soll Fachkräfte sichern

Mit der Reform der Pflegeberufe wurde der Grundstein für eine moderne und hochwertige Ausbildung in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege gelegt. Gleichzeitig wurden Förderinstrumente weiterentwickelt, um Beschäftigte gezielt weiterzubilden und langfristig Fachkräfte zu sichern.

Ziel ist es, auf die Veränderungen der Arbeitswelt zu reagieren, Weiterbildung zu stärken und die Pflegebranche zukunftsfähig aufzustellen.

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