Philipp Öttl: "Ich muss cool bleiben"

Moto3 Youngster feiert GP-Einstieg nach Maß

Dort, wo Philipp läuft oder fährt, ist Vater Peter nicht weit, hörte man allerorten am Wochenende zum letzten Rennen der Saison. Die Rede ist vom Moto3-Neuein-steiger Philipp Öttl, dem Vierten des diesjährigen Red Bull Rookies Cup. Nun rollte er mit der Startnummer 65 als Wildcard-Pilot zum ersten Mal mit einer brandneuen Kalex-KTM vom Team HP Moto ins Rennen des letzten Weltmeisterschaftsspektakels. "Wenn ich unter die besten 20 komme, dann haut das schon hin", meinte der 16-Jährige aus dem bayrischen Inzell. Und Vater Peter Öttl, der fünffache Grand-Prix-Sieger aus den Jahren 1988/1989, traute seinen Augen nicht: Sein Filius wurde im stark besetzten Rennen Elfter und meinte: "Ich war bei meinem Debüt vor 24 Jahren 22. Also ist Philipp doppelt so gut wie ich es war" und holte schnell noch die Kamera, um fürs Familienalbum das richtige Foto zu erhalten: Philipp im Trubel der Gratulanten.

Und so genoss er seine Erfolgsrunden und meinte: "Ich habe von einem WM-Punkt geträumt, nun sind es sogar fünf geworden", strahlte er in den Regenhimmel von Spanien und wusste aber auch, dass er teilweise schneller unterwegs war als Weltmeister Sandro Cortese. "Philipp verpasste sogar in der elften Runde um 0,1 Sekunden die schnellste Rennrunde. Und das lässt hoffen auf die Saison 2013", sagte Peter.

Der große Jubel nach dem Rennen in einem Zelt war der Lohn für drei Tage echtes Schuften, wie beide das erklärten. "Natürlich hätten wir auch lieber in einer Box gearbeitet, aber als Neulinge und Wildcard-Spezis müssen wir noch draußen bleiben", so Vater Öttl, der auch weiß, dass im nächsten Jahr im neuen Team die Boxentore geöffnet sein werden. Philipp Öttl nahm aber noch eines mit von der spanischen Mittelmeerküste: "Ich muss auch im nächsten Jahr am Wochenende cool bleiben und einfach konzentriert arbeiten." Wenn man die "Familienbande" beobachtet hat, ist man sich sicher, dass das etwas wird.