Plattenbauwohnungen verschwinden

Rückbau Wohngebiet in Oberlungwitz schrumpft - Pläne gab es schon vor der Flüchtlingskrise

Ein Teil der Plattenbauten an der Robert-Koch-Straße in Oberlungwitz werden jetzt zurückgebaut. Gestern hob ein Kran Teile der oberen Stockwerke vom Gebäude in Container, die zum Abtransport genutzt werden.

Die insgesamt 72 Wohnungen gehören den Stadtwerken Oberlungwitz und der Wohnungsgenossenschaft Sachsenring, die das Projekt seit Jahren vorbereiten. Die jeweiligen Eingänge wurden nach und nach leer gezogen. Zudem wurden Fördermittel für den Rückbau beantragt. Die sollten eigentlich schon 2014 fließen, doch dann gab es Verzögerungen und das Vorhaben konnte erst in diesem Jahr angegangen werden. Dass der Rückbau bestehenden Wohnraums mit Blick auf den derzeitigen Flüchtlingsstrom, der auch Westsachsen erreicht und in den nächsten Monaten vermutlich noch verstärkt erreichen wird, für so manche Diskussion sorgen könnte, weiß auch der Oberlungwitzer Bürgermeister Thomas Hetzel. Er verteidigt dennoch die Entscheidung, die deutlich vor dem Beginn seiner Amtszeit im August gefallen ist. Denn schließlich gibt es in Oberlungwitz ja nur wenige Hundert Meter ein Gebäude an der Erlbacher Straße, ebenfalls ein Plattenbau, in dem sich zuletzt Büroräume befanden, für das es konkrete Pläne zur Nutzung als Wohnung für Asylbewerber gibt. "Die Fördermittel für den Rückbau wurden bewilligt und man muss jetzt langfristig an die Entwicklung des Wohngebietes denken", sagt Hetzel mit Blick auf den Rückbau. Unmut gibt es dennoch, denn auch in anderen Städten verschwinden derzeit mit Fördermittelunterstützung Wohnungen, wären an anderer Stelle händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten gesucht wird und es in Lichtenstein und Limbach-Oberfrohna bereits Befürchtungen gibt, das Turnhallen, die dem Landkreis gehören und für Schul- und Vereinssport genutzt werden, bald als Notunterkünfte dienen müssen.