Prachtvoller Saal im Fokus

Baureport Arbeiten am Hainichener Kleinod aufwändiger als bisher angenommen

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Das einzigartige Kleinod des Hainichener Neorokoko-Saales soll spätestens 2020 wieder in alter Schönheit erstrahlen. Foto: Uwe Schönberner

Hainichen. Dass gerade bei alter Bausubstanz diverse Mehraufwendungen auftreten, die vorher kaum zu planen sind, ist nichts Neues. Keine Ausnahme bildet hier die im September 2017 begonnene, aufwändige Sanierung des reichlich 120 Jahre alten Neorokoko-Saales des ehemaligen Hotels Goldener Löwe am Markt von Hainichen.

Zu dünne Außenwand des 120 Jahre alten Saals

"Anfang Februar konnte die Ertüchtigung der zu dünnen Außenwand abgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang wurde der zum Haus von Familie Hackenberger gehörende Anbau zurückgebaut. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, diesen zu erhalten", sagte Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger zu einigen baulichen Details.

Rohbauarbeiten sollen dieses Jahr fertig werden

Seit Anfang dieses Monates werden die Kleinverpress-Pfähle für die Bodenplatte des Neubaus in Richtung Brückenstraße gesetzt, da dort die Gründung schlechter vorgefunden wurde als ursprünglich angenommen. Es ist trotzdem geplant, noch in diesem Jahr die Rohbauarbeiten weitgehend abzuschließen, während der Innenausbau dann 2019 folgen soll. Aufgrund der unerwarteten Probleme mit der Gründung und der zu dünnen Außenwand wird die Fertigstellung der Saal-Sanierung wahrscheinlich nicht zum Neujahrsempfang 2020, sondern erst ein paar Monate später erfolgen können.

Geschichte des Saals

Die Lose der Bauhauptleistung, der Bohrarbeiten unter dem Saal-Gebäude, der Trockenlegung und Bauwerksabdichtung, der Heizungs- und Sanitärinstallation, der Starkstrom- und Schwachstromanlagen sowie die Kronleuchter-Instandsetzung sollen zur Stadtratssitzung am 28. Februar vergeben werden. Die äußere Hülle des Saales war bereits 2010 im Zusammenhang mit dem Umgestalten des ehemaligen Hotels "Goldener Löwe" zu einer Drogerie beziehungsweise zum Betreuten Wohnen in Ordnung gebracht worden. Der Saal selbst erhielt 1984/85 aus Anlass der Hainichener 800-Jahr-Feier eine Rekonstruktion.

Bis etwa 2005 wurde der Saal sporadisch für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt. Seitdem steht er leer.

Das Objekt soll nach seiner aufwändigen Sanierung wieder zu einer stil- und niveauvollen Veranstaltungs- und Kulturstätte für Hainichen und die Umgebung werden.