Praxis-Erfahrungen sammeln

Tafel Simone Raatz hilft den ehrenamtlich tätigen Damen in Flöha

Ach, sie ist talentiert, kann das alles gut", sagte Angelika Rosse mit Blick auf Simone Raatz schmunzelnd. Die Bundestagsabgeordnete der SPD hatte vor einer Woche ihren Arbeitsplatz auf der politischen Bühne mit dem in der Ausgabestelle der Flöhaer Tafel getauscht. Praxistag nennt sie das und ein solcher führte sie bereits zur Polizei, ins Krankenhaus, ins Theater, das Jobcenter und nun zur Tafel. "Durch die Mitarbeit in den Einrichtungen bekomme ich einen Eindruck davon, was tagtäglich für eine gute Arbeit geleistet wird und wo mehr politische Unterstützung notwendig ist. Gesetze in Berlin zu beschließen ist das eine, deren konkrete Auswirkungen vor Ort zu erfahren, das andere." Tafelchefin Monika Zeuner hat in dieser Hinsicht auch gleich einen Tipp: Steuerliche Begünstigung für die Fahrzeuge der Tafeln. Demnächst soll das neue Kühlfahrzeug als Ersatz für das alte, defekte kommen, wofür noch immer Spenden gebraucht werden. In der Übergangszeit kann man auf Hilfe zählen, etwa von Kirchgemeinden oder dem Opel Autohaus Müller Freiberg.

Bei ihrem Einsatz bei der Tafel in Flöha wurde Simone Raatz wieder einmal deutlich bewusst, wie wichtig das Ehrenamt ist. "Man kann das nicht hoch genug würdigen und es ist wichtig, dass auch Stadt und Landkreis das unterstützen." Zwischen 1400 bis 1500 Menschen werden von den Tafeln in Flöha, Eppendorf und Freiberg versorgt. In Freiberg sind mittlerweile rund 25 Prozent von ihnen Asylbewerber, die genauso eine Bestätigung der Bedürftigkeit und einen Tafelausweis brauchen wie alle Tafelgäste.

Monika Zeuner hält so einen Perspektivwechsel für die Politiker durchaus für angebracht. Sie und die anderen Damen hatten noch viele Tipps und Hinweise an die Bundestagsabgeordnete. Beispiel Mindestlohn und dessen Auswirkungen. Dass die mittelsächsischen Volksvertreter nicht wüssten, wo dem Volk der Schuh drückt, kann wirklich niemand behaupten.